+++ 02:51 Ukraine: Russland arbeitet an Einkreisung von Kiew und Charkiw +++

Russische Truppen setzen nach ukrainischen Armeeangaben ihre Offensive gegen die Ukraine mit Luftunterstützung und dem Einsatz von Hochpräzisionswaffen fort. Die Hauptanstrengungen der russischen Seite bestünden darin, die Städte Kiew und Charkiw zu umzingeln, heißt es in einem Bericht der ukrainischen Armee. Russische Truppen versuchen zudem weiter, die administrativen Grenzen der Regionen Luhansk und Donezk zu erreichen, um so einen Landkorridor von der von Russland annektierten Halbinsel Krim zu den Separatistengebieten zu schaffen.

+++ 02:08 Polen verhaftet spanischen Journalisten wegen Spionageverdacht +++
Polen hat einen spanischen Staatsangehörigen wegen des Verdachts festgenommen, Geheimdienstaktivitäten für Russland durchgeführt zu haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Behörden. Der Mann, der als Agent des russischen Militärgeheimdienstes (GRU) identifiziert wurde, wurde am Sonntagabend in Przemysl – nahe der polnischen Grenze zur Ukraine – festgenommen. Es heißt, der Verdächtige sei russischer Herkunft.

+++ 01:31 Ukrainische Zeitung veröffentlicht Liste russischer Gefangener +++
Die ukrainische Internetzeitung “Ukrajinska Prawda” hat eine Liste russischer Kriegsgefangener veröffentlicht. Als Quelle nennt das Medium “Gesprächspartner” in der ukrainischen Militärstaatsanwaltschaft. Auf der “vorläufigen”, achtseitigen Liste befinden sich 116 Namen. Die meisten Inhaftierten seien 20 bis 30 Jahre alt, heißt es weiter. Sie trügen verschiedenste militärischer Ränge, vom einfachen Militärpersonal bis hin zu Zugführern, Mechanikern oder Aufklärern.

+++ 01:09 Selenskyj enttäuscht über NATO-Absage +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagiert mit Enttäuschung auf die Absage der NATO, eine Flugverbotszone über der Ukraine durchzusetzen. Damit habe die Allianz grünes Licht für eine weitere Bombardierung ukrainischer Städte und Dörfer gegeben, sagt Selenskyj in einer Videoansprache. Er wisse nicht, wen die NATO schützen könne, ob sie in der Lage sei, die eigenen Länder zu verteidigen. In der Ukraine werde Blut “für unser gemeinsames Europa, unsere gemeinsame Freiheit, unsere gemeinsame Zukunft” vergossen. Man könne sich davon nicht einfach mit Lieferungen von Diesel freikaufen.

+++ 00:28 Russische Oligarchen-Jacht in Italien festgesetzt +++
Italiens Polizei hat Medienberichten zufolge Güter russischer Oligarchen beschlagnahmt – darunter auch eine Luxusjacht. Die Guardia di Finanza habe das Boot “Lady M” des Russen im Hafen von Imperia in der nordwestitalienischen Region Ligurien festgesetzt, berichten die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos übereinstimmend. Demnach hat die Jacht einen geschätzten Wert von 65 Millionen Euro. In der Toskana sei zudem die Villa eines anderen Oligarchen konfisziert worden.

+++ 00:07 Kremlsprecher: Russland will Ukraine nicht aufteilen +++
Russland hat nach den Worten von Kremlsprecher Dmitri Peskow mit seinem Angriff nicht die Absicht, die Ukraine zu zerteilen. Vielmehr strebe Moskau Garantien für die eigene Sicherheit an, zitiert die Agentur Tass aus einem Interview Peskows mit dem Sender “Sky News Arabia”. Peskow führt unter anderem “den zunehmenden Einfluss nazistischer Ideologie” in der Ukraine als Grund für den Kriegseinsatz auf. “Wir wollen sie (die Ukraine) von dieser Ideologie befreien.” Daneben habe in der Ukraine der Ausbau von Nato-Infrastruktur zugenommen, und Russland betrachte dies als Bedrohung seiner Sicherheit.

+++ 23:30 Britisches Fernsehteam nahe Kiew beschossen +++
Ein Fernsehteam des britischen Senders Sky News ist in der Nähe von Kiew unter Beschuss geraten. Wie der Korrespondent auf der Website von Sky News berichtet, sei sein Team auf der Fahrt im Nordwesten von Kiew in der Nähe eines ukrainischen Kontrollpunkts unter schweren Beschuss aus automatischen Waffen geraten. Sowohl der Reporter als auch der Kameramann seien dabei getroffen worden, sie seien jedoch dank ihrer Schutzwesten ohne größere Verletzungen davongekommen. Später sei ihnen von ukrainischen Soldaten erklärt worden, sie seien von einem russischen Trupp beschossen worden.

+++ 23:05 Top-Beamtin der USA: Gefahr einer nuklearen Katastrophe bestand nicht +++
Trotz des Feuers an Europas größtem Kernkraftwerk in der Ukraine bestand nach Einschätzung einer Spitzen-Beamtin der US-Regierung nicht die Gefahr einer nuklearen Katastrophe. “In dieser besonderen Situation bestand nie die Gefahr einer nuklearen Katastrophe. Aber es ist klar, dass die Dinge schnell aus dem Ruder laufen können”, sagt die Leiterin der Nationalen Verwaltung für Nukleare Sicherheit der USA, Jill Hruby, dem Sender CNN. Sie betont: “Es kann sehr schnell zu einer Eskalation kommen, und es ist, um es milde auszudrücken, eine schlechte Idee, rund um ein Atomkraftwerk zu kämpfen.” Es habe bei den Kämpfen am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja in der Nacht zu Freitag nie die Gefahr einer Kernschmelze bestanden, sagt Hruby weiter. “Das Schlimmste, was in der letzten Nacht passiert ist, war die Übernahme des Kraftwerks und ein Feuer und Verwaltungsgebäude.”

+++ 22:26 Macron kündigt Vorschläge für Atomanlagen an+++
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will “in den nächsten Stunden” konkrete Maßnahmen vorschlagen, um die Sicherheit der fünf ukrainischen Atomanlagen zu gewährleisten. Macron sei “äußerst besorgt” über die Risiken, die sich aus Russlands Invasion der Ukraine für die nukleare Sicherheit ergäben, erklärt der Elysée-Palast. Beide Seiten müssten eine Vereinbarung treffen, um gemeinsam die “Wahrung der Sicherheit” dieser Standorte zu gewährleisten, heißt es in der Erklärung weiter.

+++ 22:14 Johnson: “Putin wird jetzt noch härter zuschlagen” +++
Der britische Premier Boris Johnson warnt vor einer Eskalation des Kriegs in der Ukraine. “Putin wird jetzt noch härter zuschlagen, weil er keinen Weg aus der Sackgasse sieht als die Zerstörung, das In-Schutt-und-Asche-Legen von unschuldigen europäischen Städten”, sagt Johnson der “Welt am Sonntag”. Johnson schließt allerdings eine von der Ukraine ins Spiel gebrachte Flugverbotszone aus. “Die Logik ist, dass russische Flugzeuge abgeschossen werden. Und man sich damit in einer Logik der Konfrontation verfängt.” Von Europa fordert Johnson, an einer gemeinsamen Energiepolitik zu arbeiten, um keine russische Versorgung mehr zu brauchen.

+++ 21:56 Bombardier kappt Verbindungen zu Russland +++
Der kanadische Flugzeugbauer Bombardier legt sämtliche Aktivitäten mit seinen russischen Kunden auf Eis. Dazu zähle die gesamte technische Unterstützung, teilt der in Montreal ansässige Konzern mit. Etwa fünf bis sechs Prozent seiner Auslieferungen gingen nach Russland. Das Unternehmen saß zuletzt auf einem Auftragsbestand von 12,2 Milliarden Dollar.

+++ 21:45 Russland beschränkt Zugang auch zu Twitter +++
Die russischen Behörden beschränken einem Medienbericht zufolge den Zugang zu Twitter. Das meldet die Agentur Tass. Interfax berichtet indes, dass Twitter blockiert worden sei. Die Medien- und Telekommunikationsaufsicht Roskomnadsor hatte zuvor das soziale Netzwerk Facebook blockiert.

+++ 21:35 Baerbock sieht “aggressives Machtstreben eines Mannes” als einzigen Grund für Krieg +++
Außenministerin Annalena Baerbock unterstreicht die Verantwortung Deutschlands und seiner Verbündeter, entschieden dem von Russlands Präsidenten Wladimir Putin befohlenen Angriffskrieg auf die Ukraine gegenzutreten. “Es gab keinen Grund für diesen Krieg – außer dem aggressiven Machtstreben eines Mannes”, twittert die Grünen-Politikerin. “Aber es ist keine Größe, wenn man Schwächere überfällt, Städte bombardiert, Kinder sterben lässt.” Die NATO könne allerdings nicht in das Kriegsgeschehen eingreifen, da sonst eine “grenzenlose Eskalation in ganz Europa” drohe. “Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren. So sehr es uns das Herz zerreißt”, so Baerbock.

+++ 21:21 USA schließen Importverbot für russisches Öl nicht aus +++
Als Reaktion auf Russlands Angriff auf die Ukraine schließt die US-Regierung ein mögliches Importverbot für russisches Öl explizit nicht aus. US-Außenminister Antony Blinken sagt nach Gesprächen in Brüssel auf die Frage nach solchen Energie-Sanktionen: “Nichts ist vom Tisch.” Jeden Tag werde neu bewertet, wie die bisherigen Sanktionen umgesetzt würden und welche zusätzlichen Schritte in Frage kämen.

+++ 21:12 Moskau: Hochpräzisionswaffen eingesetzt +++
Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu informiert UN-Generalsekretär António Guterres nach Angaben aus Moskau über die Ziele der “militärischen Spezial-Operation” in der Ukraine. Demnach habe Russland Hochpräzisionswaffen eingesetzt, um die militärische Infrastruktur des Landes außer Gefecht zu setzen. Schoigu beklagt zudem eine Militarisierung der Ukraine, die eine Bestrafungsaktion gegen die Bevölkerung im Südosten des Landes durchgezogen habe. Nach Darstellung Schoigus richtet das russische Militär in den von ihm kontrollierten Gebieten “humanitäre Korridore” ein, damit Zivilisten fliehen könnten.

+++ 20:45 Melnyk fordert von Berlin Patriot-Flugabwehr +++
Der ukrainische Botschafter in Berlin fordert von Deutschland die Lieferung von “schweren Waffen” und Patriot-Flugabwehrsystemen. “Diese Waffensysteme stehen auf der Liste, die wir gestern an die Bundesregierung geschickt haben”, sagt Andrij Melnyk dem Sender “Welt”. Man sei nun an einem Punkt, wo auch schwere Waffen geliefert werden müssten. “Jetzt ist auch ein Panzer für uns eine Defensivwaffe”, so der Diplomat. Die Bundesregierung hat Kiew bislang 1000 Panzerfäuste und 500 Luftabwehrwaffen zur Verfügung gestellt, eine weitere Lieferung ist geplant.

+++ 20:27 Selenskyj: “Wenn wir fallen, fällt Europa” +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich per Liveschalte an Zehntausende Demonstranten in mehreren europäischen Städten. In einer kurzen Ansprache ruft er die Menschen, die sich unter anderem in Frankfurt, Prag und Tiflis versammelt haben, zu einer Schweigeminute für die Opfer des Krieges auf. Zugleich bittet er um eine weitere Unterstützung der Ukraine und warnt eindringlich vor den Folgen des Krieges: “Wenn die Ukraine nicht standhält, wird Europa auch nicht standhalten. Wenn wir fallen, fällt Europa.”

Selenskyj ruft Demonstranten in mehreren großen Städten zu einer Schweigeminute auf – und warnt Europa eindringlich.

(Foto: dpa)

+++ 20:15 UN-Sicherheitsrat soll humanitäre Lage besprechen +++
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird sich am Montag erneut mit der humanitären Situation in der Ukraine beschäftigen. Noch ist unklar, ob eine vor allem von Frankreich ausgearbeitete Resolution zur Verbesserung der Lage zur Abstimmung vorgelegt wird. Hinter den Kulissen gibt es nach Informationen aus Sicherheitsratskreisen Spannungen zwischen den westlichen Verbündeten. Dabei soll es auch darum gehen, ob Russland namentlich erwähnt wird. Paris ist dem Vernehmen nach dagegen, um ein Veto Moskaus zu verhindern, das den Beschluss zum Scheitern bringen würde. Die USA dagegen wollen, dass Russland als Aggressor genannt wird. Bei dem Treffen am Montag handelt es sich bereits um die siebte Dringlichkeitssitzung des mächtigsten UN-Gremiums innerhalb von zwei Wochen.

+++ 20:01 Borrell: “Sieht aus, als wollten sie die Ukraine zerstören” +++
Der EU-Außenbeauftragten Josep Borrell prangert die russischen Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine an. “Es sieht aus, als wollten sie die Ukraine zerstören”, sagt Borrell. Die Russen würden Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser und andere zivile Infrastruktur beschießen. Die humanitäre Lage vor Ort werde immer schlechter. Um den Menschen vor Ort zu helfen, fordert Borrell einen humanitären Korridor und dass Russlands Präsident Wladimir Putin humanitäre Hilfe ins Land lasse. Derzeit habe das Rote Kreuz keinen Zugang in das Land. Die Menschen bräuchten Lebensmittel und andere grundlegende Dinge, so der EU-Außenbeauftragte.

+++ 19:44 Blinken rechnet nicht mit schnellem Ende des Krieges +++
US-Außenminister Antony Blinken rechnet nicht mit einem baldigen Ende des Krieges. “Diese tragische Aggression wird nicht in Kürze vorüber sein”, sagt er in Brüssel. Die USA und ihre europäischen Verbündeten müssten ihren Druck auf Russland aufrechterhalten, bis der Krieg beendet sei, so Blinken weiter.

+++ 19:30 Moskauer Behörde: Facebook in Russland blockiert +++
Die Medienaufsicht in Moskau blockiert das soziale Netzwerk Facebook in Russland. Es handele sich um eine Reaktion auf die Abschaltung mehrerer russischer Medien-Seiten bei Facebook, teilt die Behörde Roskomnadsor in Moskau mit. Zuvor waren schon mehrere unabhängige Medien abgeschaltet oder blockiert worden.

+++ 19:21 “Nowaja Gazeta” löscht alle Berichte über Ukraine-Krieg +++
Nach der Verabschiedung eines neuen russischen Gesetzes, das hohe Haftstrafen bei “Falschmeldungen” über die Armee vorsieht, löscht die unabhängige Tageszeitung “Nowaja Gaseta” im Internet ihre Berichterstattung über die Ukraine-Invasion. Informationen über den russischen Einmarsch in der Ukraine würden von der Website und von anderen Online-Auftritten “entfernt”, heißt es.”In der aktuellen Situation können wir Journalisten nicht gefährden”, schreibt die Redaktion auf Twitter. Sie erklärt zudem auf Telegram, sie wolle “unter den Bedingungen einer Militärzensur” weiterarbeiten. Mit der “Nowaja Gazeta” zensiert Moskau die letzte bedeutende freie Zeitung Russlands. Der unabhängige Radiosender Echo Moskwy hatte am Donnerstag seine Auflösung bekanntgeben müssen, nachdem er wegen seiner Berichterstattung über die Invasion in der Ukraine mit einem Sendeverbot belegt worden war.

+++ 19:09 Europäische Investitionsbank beschleunigt Millionenkredit für Ukraine +++
Die Ukraine soll angesichts der russischen Invasion schneller an Geld von der Europäischen Investitionsbank kommen. Bereits in wenigen Tagen wird das Land 668 Millionen Euro an Notfallhilfen erhalten, wie die EIB mitteilt. Die Kredite standen der Ukraine bereits zu, hätten jedoch nach Angaben einer Sprecherin ursprünglich zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt und für den Agrarsektor sowie kleine und mittlere Unternehmen ausgegeben werden sollen. Nun könne das Geld sofort etwa für medizinische Güter, Nahrungsmittel und Kraftstoff genutzt werden, heißt es in der Mitteilung. EIB-Präsident Werner Hoyer kündigt zudem an, dass die EIB zusätzlich Investitionen über insgesamt 1,3 Milliarden Euro beschleunigen wolle.

+++ 19:04 Russland für Treffen mit Kiewer Außenminister in Türkei +++
Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Gennadi Gatilow, begrüßt den Vorschlag der Türkei, dort ein Treffen des russischen und des ukrainischen Außenministers zu arrangieren. Eine solche Begegnung während des diplomatischen Forums in Antalya zwischen dem 11. und 13. März zu planen, sei eine gute Idee, sagt Gatilow laut der russischen Nachrichtenagentur Ria.

Die vorangegangenen Entwicklungen lesen Sie hier.

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+++ 02:51 Ukraine: Russland arbeitet an Einkreisung von Kiew und Charkiw +++

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