Asow-Regiment meldet russischen Giftgas-Angriff in Mariupol – Artilleriebeschuss in Charkiw

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Von: Florian Naumann, Patrick Freiwah, Christoph Gschoßmann

Aus Mariupol gibt es Berichte über einen möglichen Giftgas-Angriff. In Charkiw wird Artilleriebeschuss gemeldet. News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom 11. April, 23.51 Uhr: Kurz nach einer russischen Drohung mit dem Einsatz von Chemiewaffen in Mariupol hat das ukrainische Asow-Regiment von einem angeblichen Angriff mit Giftgas berichtet. Eine unbekannte Substanz sei mit einer Drohne über der seit langem umkämpften Stadt abgeworfen worden, teilte Asow am Montagabend in seinem Telegram-Kanal mit. Die Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen.

Ukraine-Krieg: Asow-Regiment meldet russischen Giftgas-Angriff in Mariupol

Der öffentlich-rechtliche ukrainische TV-Sender Suspilne berichtete aber, es gebe keine Bestätigung durch offizielle Stellen. Militärquellen hielten die Wahrscheinlichkeit eines Chemiewaffen-Angriffs durch die russische Seite für „sehr hoch“. Der Sender bemühe sich um eine Bestätigung durch Militär oder Geheimdienst. Den Asow-Angaben zufolge litten die getroffenen Personen unter Atembeschwerden und Bewegungsstörungen..

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verwies in seiner nächtlichen Videoansprache auf die Drohung eines möglichen Chemiewaffen-Angriffs. „Wir nehmen das höchst ernst.“ Ein solcher Angriff sollte für ausländische Staaten Anlass sein, noch härter auf die russische Aggression zu reagieren, sagte Selenskyj.

Ukraine-Krieg: Tote durch Artilleriebeschuss in Charkiw gemeldet

Update vom 11. April, 23.34 Uhr: Im ostukrainischen Gebiet Charkiw sind offiziellen ukrainischen Angaben zufolge durch russischen Artilleriebeschuss mindestens acht Zivilisten getötet worden. Weitere 19 seien verletzt worden, teilte Gouverneur Oleh Synjehubow am Montag im Nachrichtenkanal Telegram mit. Unter den Todesopfern war demnach ein 13-jähriges Kind und unter den Verletzten zwei Kinder zwischen vier und neun Jahren. Die russischen Truppen sollen auch aus der Luft abgeworfene Verzögerungsminen einsetzen, die erst auf Bewegung reagieren. Die Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen.

In den 24 Stunden zuvor waren in dem Gebiet ukrainischen Angaben zufolge elf Menschen getötet worden, darunter auch ein siebenjähriges Kind. Russische Truppen sollen über 60 Mal mit Artillerie, Mehrfachraketenwerfern und Mörsern angegriffen haben. Russland führt seit beinahe sieben Wochen einen Angriffskrieg gegen sein Nachbarland.

Feuerwehrleute versuchen, ein Feuer in einem Haus in Charkiw zu löschen. © Felipe Dana/dpa

Russland berichtet über Einnahme von Hafen in Mariupol

Update vom 11. April, 17.02 Uhr: Der Hafen der seit Wochen umkämpften südostukrainischen Stadt Mariupol soll unter russischer Kontrolle sein. Streitkräfte der selbst ernannten Volksrepublik Donezk hätten die Kontrolle übernommen, schrieben die russischen Agenturen Ria und Interfax am Montag unter Berufung auf den Donezker Separatistenführer Denis Puschilin.

Die Ukraine warf Russland derweil vor, ein Schiff am Hafen von Mariupol besetzt zu haben. 18 Matrosen sowie die Frau des Kapitäns seien gefangen genommen worden, schrieb die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denisowa, am Montag bei Telegram. Zuvor hätten russische Truppen das Schiff unter liberianischer Flagge beschossen. Unter den Gefangenen sei neben ukrainischen Staatsbürgern auch ein Ägypter.

Am Sonntag hatten die prorussischen Separatisten mitgeteilt, ukrainische Truppen hätten in Mariupol zwei ausländische Schiffe samt Besatzung in ihre Gewalt gebracht und würden von dort aus die Stadt beschießen.

Bundeswehr fliegt verletzte Ukrainer aus Polen aus

Update vom 11. April, 16.41 Uhr: Mit einem Spezialflugzeug hat die Bundeswehr am Montag kriegsverletzte Ukrainer zur Behandlung nach Deutschland gebracht. Der Airbus A310 MedEvac holte die verletzten Kinder und Erwachsenen am Montag im südostpolnischen Rzeszow ab, wie die Luftwaffe mitteilte. Bei den Verletzten handele es sich um Zivilisten.

Die Verletzten wurde den Angaben zufolge bereits während des Fluges medizinisch betreut. In Deutschland sollten sie in zivilen Krankenhäusern behandelt werden, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Die Bundeswehr sei nur für den Transport zuständig, koordiniert werde die Aktion vom Bundesinnenministerium.

Der Flug war der erste dieser Art seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Die Stadt Rzeszow liegt im Südosten Polens rund 90 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Unmittelbarer Großangriff aus den Osten der Ukraine könnte bevorstehen

Update vom 11. April, 15.47 Uhr: Ein neuer, großer Angriff Russlands auf den Osten der Ukraine könnte unmittelbar bevorstehen. Dies lassen Satellitenbilder des US-Unternehmens Maxar Technologies befürchten – und auch Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) geht von russischen einer Offensive aus.

Auf Bildern vom Freitag (8. April) ist ein langer russischer Konvoi östlich der ukrainischen Stadt Charkiw zu sehen. Laut New York Times soll der Konvoi aus hunderten Militärfahrzeugen bestehen und um die 13 Kilometer lang sein. Die Fahrzeuge bewegten sich demnach in Richtung Süden zur Stadt Isjum.

Ukrainische Streitkräfte bereiten sich auf eine „letzte Schlacht“ um Mariupol vor

Update vom 11. April, 14.04 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte bereiten sich nach eigenen Angaben auf eine „letzte Schlacht“ um Mariupol vor. „Heute wird wahrscheinlich die letzte Schlacht sein, da die Munition zur Neige geht“, erklärte die 36. Marinebrigade am Montag auf Facebook. Die Soldaten seien von der russischen Armee „zurückgedrängt“ und „umzingelt“ worden. Die Eroberung werde „den Tod für einige von uns und Gefangenschaft für den Rest“ bedeuten.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj* sagte in einer Videobotschaft vor dem südkoreanischen Parlament, er gehe davon aus, dass „zehntausende Bürger von Mariupol getötet“ wurden. Die Russen hätten die seit Wochen belagerten südukrainische Hafenstadt „vollständig zerstört“. In seiner Rede bat er Südkorea auch um militärische Unterstützung, „von Flugzeugen bis zu Panzern“.

Die Hilfsorganisation Caritas International meldete unterdessen den Tod zweier Mitarbeiter im vom Krieg schwer gezeichneten Mariupol*. Zwei ukrainische Mitarbeitende sowie eine dort Hilfe suchende Person seien bei einem Raketenangriff auf ein Gebäude der Organisation getötet worden.

Update vom 11. April, 14.00 Uhr: Wladimir Putin hat offenbar einen neuen General mit der Leitung des russischen Angriffs auf die Ukraine betraut. Nach Informationen der Washington Post spielte der Militär bereits beim blutigen Luftkrieg in Syrien eine tragende Rolle*.

Der russische General Alexander Dwornikow
Alexander Dvornikov © Erik Romanenko via www.imago-images.de

Update vom 11. April, 13.30 Uhr: Für die Zivilbevölkerung in umkämpften Gebieten in der Ostukraine wurden laut Regierungsangaben neun Fluchtkorridore eingerichtet. Aus der besonders schwer von russischen Angriffen betroffenen Hafenstadt Mariupol sei ein Weg für Privatfahrzeuge in Richtung der Stadt Saporischschja ermöglicht worden, wie Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk per Telegram-Botschaft erklärte.

Auch aus der Stadt Berdjansk sowie weiteren Orten der Region sollten Fluchtrouten eingerichtet werden. Aus umkämpften Gebieten in der Region Luhansk führen nun fünf Korridore in die Stadt Bachmut, führte Wereschtschuk aus. Jeden Tag werden neue Routen aus den Konfliktpunkten angekündigt. Wie Wereschtschuk außerdem mitteilte, konnten am Sonntag rund 2800 Zivilisten aus umkämpften Regionen flüchten. Die Kriegsparteien Russland und Ukraine werfen sich immer wieder gegenseitig vor, die Evakuierung von Ortschaften und Städten zu sabotieren. Derweil sorgt der Besuch von Österreichs Kanzler Karl Nehammer in Moskau für Aufsehen.

Ukraine-Krieg: Russlands Truppen berichten von 78 zerstörten Militärobjekten

Update vom 11. April, 12.46 Uhr: Die russischen Streitkräfte eigenen Angaben zufolge weitere 78 ukrainische Militärobjekte zerstört. Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums erklärte: „Die russischen Luftabwehrsysteme haben bei der Ortschaft Isjum zwei ukrainische Kampfflugzeuge vom Typ Su-25 abgeschossen“, so Igor Konaschenkow. Darüber hinaus sei im Gebiet Cherson ein ukrainischer Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 abgeschossen worden.

Zudem seien angeblich mehrere ukrainische Kommandopunkte, Munitions- und Treibstofflager sowie Luftabwehrsysteme vernichtet. Darunter befindet sich russischen Angaben zufolge auch ein von der EU geliefertes S-300-System nahe der ostukrainischen Millionenstadt Dnipro.

Ukraine-Krieg: Putins Verbündete wollen Luhansk und Donezk „vollständig befreien“

Update vom 11. April, 10.13 Uhr: Ramsan Kadyrow, Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien, droht im Ukraine-Krieg angeblich mit weiteren Angriffen auf ukrainische Städte. „Es wird eine Offensive nicht nur auf Mariupol geben, sondern auch andere Orte, Städte und Dörfer“, erklärte der Sohn des 2004 verstorbenen Machthabers der Teilrepublik, Achmat Kadyrow. Diese militärischen Streitkräfte* aus der autonomen Teilrepublik sind dem russischen Militär zugeordnet und kämpfen im Ukraine-Krieg für das Land von Wladimir Putin.

Putins „Bluthund“ Kadyrow kündigt im Ukraine-Krieg eine große Offensive an.
Putins „Bluthund“ Kadyrow kündigt im Ukraine-Krieg eine große Offensive an. © picture alliance/dpa/AP

Auf einem bei Telegram veröffentlichten Video habe der 45-Jährige erklärt, man werde erst die Städte Luhansk und Donezk „vollständig befreien“, danach Kiew und weitere Regionen. „Kämpfer aus der Tschetschenischen Republik erfüllen zusammen mit dem Militärpersonal der Russischen Föderation und des Donbass erfolgreich die von der Führung unseres Staates gestellten Aufgaben in strikter Übereinstimmung mit dem Plan“, lässt Kadyrow in der Video-Botschaft seine Follower wissen. Kadyrow wird von westlichen Medien oft als „Bluthund“ von Wladimir Putin bezeichnet.

Ukraine-Krieg: Selenskyj telefoniert mit Scholz – Und lobt deutsche „Veränderung“

Erstmeldung: Moskau/Kiew – Am Sonntag hatte Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Bundeskanzler Olaf Scholz telefoniert. Es ging um drei konkrete Dinge im Zuge des Ukraine-Konflikts: Wie man Kriegsverbrecher zur Rechenschaft ziehen kann, Sanktionen gegen Russland verschärfen und Russland dazu bringen könne, den Frieden zu suchen.

Während die ukrainische Seite komplett Russland die Schuld zuschiebt, ist man im Land der Angreifenden entgegengesetzter Meinung. Wichtig im Zusammenhang mit der Eskalation in der Ukraine sind die Vorgänger, die zwischen 2014 und 2021 im Osten stattfanden. „Sie haben die Krim geschnappt, daran sind wir angeblich schuld“, erklärt der Ukraine-Präsident. „Sie haben jedes normale Leben im Donbass vernichtet.“ Zudem zeigte sich der Regierungschef erfreut, dass sich die deutsche Position in letzter Zeit „zugunsten der Ukraine verändert“ habe.

Russische Soldaten der militärischen Einsatztruppe des früheren tschetschenischen Machthabers Achmat Kadyrow
Russische Soldaten der militärischen Einsatztruppe des früheren tschetschenischen Machthabers Achmat Kadyrow. © IMAGO/Viktor Antonyuk

Die russische Seite erklärt, dass seit dem Regierungsputsch in der Ukraine* (2014) die russischstämmige Bevölkerung in diesem Landesteil zunehmend schikaniert, vertrieben und auch getötet wurde. (PF) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Asow-Regiment meldet russischen Giftgas-Angriff in Mariupol – Artilleriebeschuss in Charkiw

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