Biathlon-Junioren-WM – Goldener DSV-Auftakt auf der Showbühne für Talente

Laura Dahlmeier war eine Ausnahme, Magdalena Neuner ebenfalls. Beide räumten bei Junioren-Weltmeisterschaften Goldmedaillen ab und schafften mit Anfang 20 den Sprung in die Weltspitze. Doch solche Athleten sind selten. Die meisten brauchen länger, um sich im Konzert der Besten zu etablieren. Manche scheitern gänzlich.

Ein gutes Abschneiden bei der Junioren-WM kann dennoch ein erster Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Biathlon-Karriere sein. Erst recht in diesem Jahr. Gelaufen wird bis zum 3. März in Soldier Hollow in den USA auf den Olympiastrecken von 2002.

Das wird aus vielerlei Gründen anspruchsvoll. “Die besonderen Herausforderungen sind die Höhenlage auf 1.700 Metern, kalte Temperaturen und die Zeitverschiebung”, sagte DSV-Nachwuchschef Zibi Szlufcik vor Beginn der Titelkämpfe. Dazu kommen die schwierigen Olympiastrecken mit steilen Anstiegen und einem windanfälligen Schießstand.

Ziel: Medaillenplätze prompt erfüllt

Der Deutsche Skiverband war mit großen Erwartungen in die WM gegangen. “Wir wollen an die Weltspitze anklopfen und um die Medaillenplätze mitkämpfen”, so Szlufcik kurz vor dem Jahres-Höhepunkt.

Ziel erfüllt, könnte man nach dem ersten Rennen der Juniorinnen meinen, denn Lisa Marie Spark stellte ihre Klasse zum Auftakt im Einzel eindrucksvoll unter Beweis. Die 21-Jährige aus Ruhpolding belohnte sich für ein starkes Rennen mit der Goldmedaille.

Spark, die in dieser Saison schon einige Male im IBU-Cup gelaufen ist und mit dem achten Platz beim Sprint in Osrblie überzeugte, räumte nur eine von 20 Scheiben nicht ab, brillierte dazu in der Loipe und war nach den 12,5 Kilometern in 39:53,4 Minuten die Schnellste.

Umsteigerin Spark: Biathlon statt Alpin

Dabei kam sie erst mit zwölf Jahren zum Biathlon, vorher war sie als alpine Skirennläuferin unterwegs. Als der Aufwand dort zu groß wurde, sattelte sie um und setzte augenscheinlich auf das richtige Pferd. Olympia 2026 sei ihr großes langfristiges Ziel, verriet sie im Sportschau-Interview.

Auch Mareike Braun (DAV Ulm/ein Fehler/ +1:36,8 Minuten) überzeugte als Vierte. Johanna Puff und Luise Müller, die Zweit- und Drittplatzierte aus der IBU-Junior-Cup-Gesamtwertung, landeten nach drei beziehungsweise fünf Fehlern nicht in den Top 20.

Junioren mit Problemen am Schießstand

Nicht ganz so gut lief es für die vier nominierten Junioren. Bester aus dem DSV-Quartett wurde “Peiffer-Fan”, Hans Köllner (WSV Clausthal-Zellerfeld) als 20. Christoph Noack (SG Klotzsche/38.), Darius Lodl (SV Hermsdorf/39.) und Frederik Madersbacher (Nesselwang/42.) waren nach schwachen Leistungen am Schießstand deutlich von den Topplätzen entfernt.

Dabei ist Lodl durchaus ein Kandidat für ein gutes Ergebnis auf der großen WM-Bühne, auch wenn es im ersten Wettbewerb nicht klappte. Im IBU-Junior-Cup eroberte er fünf Podestplätze und krönte sich in diesem Jahr gemeinsam mit Johanna Puff bei der Europameisterschaft der Junioren zum Champion in der Single-Mixed-Staffel.

Erst Olympia, dann Junioren-WM

Die Konkurrenz bei den wichtigsten Titelkämpfen des Jahres ist allerdings deutlich größer. In den USA sind 139 Frauen und 169 Männer aus 33 Nationalverbänden am Start. Nur die wenigsten von ihnen werden wahrscheinlich irgendwann um Olympia-Medaillen laufen.

Olympia-Erfahrung durften aber einige bereits schnuppern. Aus dem aktuellen Starterfeld waren vier Athleten und drei Athletinnen in Peking dabei. Den stärksten Eindruck hinterließ dabei der Neuseeländer Campbell Wright, der in dieser Saison auch schon 15. im Weltcup war und sich so für den Massenstart in Antholz qualifizieren konnte. Im Einzel landete er auf Rang sechs. Den Sieg über 15 Kilometer sicherte sich der Tscheche Jonas Marecek.

Junioren-Weltmeister von 2021 ohne Weltcup-Einsatz

Wie schwer der Weg nach oben ist, zeigt eine interessante Statistik. Von 2007 bis 2017 haben 24 deutsche Talente, die insgesamt 36 Medaillen bei Großveranstaltungen gewannen, den Sprung ins Weltcup-Team am Ende doch nicht geschafft.

Eine Gold-Medaille bei einer Junioren-WM ist also ein Erfolg, aber noch keine Garantie auf eine ebenso goldene Zukunft. Im vergangenen Jahr lief Philipp Lipowitz vom DAV Ulm zu Gold im Einzel. Auf einen Start im Weltcup-Team hoffte er vergebens. Der 22-jährige Juniorsportler des Jahres kam zumindest im IBU-Cup zum Einsatz, lief dort aber nur einmal unter die Top 20.

Konkurrenz wesentlich weiter

Während bei den Biathleten in Norwegen und Schweden regelmäßig junge Talente in der Weltspitze anklopfen, fehlt es den Deutschen an Nachwuchs. Seit Laura Dahlmeier hat es kein(e) junge(r) Biathlet(in) mehr ganz nach vorn gebracht. Andere Nationen sind wesentlich weiter. Das liegt auch an anderen Philosophien. In Norwegen beispielsweise darf kein Athlet im IBU-Cup laufen, der älter als 25 Jahre ist. Damit sammeln die jungen Athleten Erfahrungen.

In Deutschland ist das anders. Da wird nach Ergebnissen und Leistungen abgerechnet. So bekam Franziska Hildebrand trotz ihrer 34 Jahre im Weltcup den Vorzug vor jungen Talenten, weil sie aktuell leistungsstärker war. Eine Altersbegrenzung im IBU-Cup gibt es auch nicht. Das macht es den Nachwuchssportlern nicht leicht, zumal es in Deutschland im Vergleich zu anderen Nationen deutlich mehr interne Konkurrenz gibt.

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