Corona aktuell: RKI meldet Neuinfektionen-Höchstwert

Mit dem Coronavirus stecken sich wieder zunehmend Menschen an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 262 752 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Erstmals in der Corona-Pandemie sind damit binnen eines Tages mehr als 250 000 neue Corona-Fälle an das RKI übermittelt worden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 1388,5 von 1319,0 am Vortag. Es ist der achte Anstieg in Folge. Die regionalen Unterschiede sind enorm: In Sachsen-Anhalt und Thüringen beträgt dieser Wert, der die Zahl der Neuninfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner beschreibt, mehr als 1700, in Mecklenburg-Vorpommern sogar 1938, in den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen hingegen weniger als 800.

259 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 125 023.

Die Zahlen haben allerdings nur begrenzt Aussagekraft. Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Deshalb bilden wir im SZ-Corona-Dashboard einen Mittelwert aus den Meldungen der vergangenen sieben Tage ab, der Schwankungen von Tag zu Tag ausgleichen soll. Mehr Informationen dazu finden Sie im Transparenz-Blog, weitere Daten und Grafiken zur Pandemie hier. (10.03.2022)

Wissenschaftler: Das ist die sechste Corona-Welle für Deutschland

Der Bioinformatiker Lars Kaderali aus Greifswald sieht Deutschland in einer neuen, sechsten Corona-Welle. “Das liegt vor allem daran, dass der Omikron-Subtyp BA.2 noch infektiöser ist als die ursprüngliche Variante”, sagt er der Deutschen Presse-Agentur. Hinzu kämen die Lockerungen der Corona-Maßnahmen. “In Kombination führt das beides zu den steigenden Fallzahlen.” Seit etwa einer Woche meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz. (09.03.2022)

Kritik an neuen Corona-Regeln

Weltärztebund-Vorsitzender Frank Ulrich Montgomery kritisiert die vom 20. März an gültigen Corona-Regeln als unzureichend. “Der ‘Basisschutz’ ist wirklich nur ein ‘Basisschutz’ – und damit natürlich besser als gar nichts”, sagt Montgomery den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. “Weitergehende, sinnvolle Maßnahmen” habe die Politik aber “erfolgreich zerredet”. Es regiere das Prinzip Hoffnung.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält es für “grob fahrlässig, wenn die Bundesregierung ohne Not wirksame Instrumente für den Notfall aus der Hand gibt”. Sein niedersächsischer Kollege Stephan Weil (SPD) hatte gesagt: “Man wirft doch den Feuerlöscher nicht weg, wenn es noch brennt.” Auch Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte sich kritisch geäußert. Denn immerhin steigen die Neuinfektionszahlen wieder, wenn auch bei meist milderem Verlauf. Inzwischen sind es mehr als 1300 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner und Woche.

Etwas positiver äußerte sich Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD): “In der gegenwärtigen Lage halte ich das für eine verantwortbare Regelung”, sagte er der Welt. “Sollte sich das Pandemiegeschehen künftig allerdings grundlegend ändern und eine flächendeckende Überlastung des Gesundheitswesens drohen, müsste der Bundesgesetzgeber noch einmal nachbessern.” (09.03.2022)

Gesetzentwurf: Corona-Regeln sollen weiter möglich sein

In Deutschland werden auch über den 20. März hinaus die Länder Corona-Regeln verhängen können – vor allem wenn regional das Gesundheitssystem gefährdet ist. Die Bundesregierung hat einen entsprechenden Entwurf des Infektionsschutzgesetzes vorgelegt.

Er sieht zum einen vor, dass die Länder gewisse Schutzmaßnahmen generell beschließen können, wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte: eine Maskenpflicht im Nahverkehr, in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen sowie auch eine Testpflicht in diesen Einrichtungen und in Schulen. Diese nennt die Regierung “Basisregeln”.

Darüber hinaus soll es Corona-Regeln nur noch in sogenannten Hotspots geben. Das sind laut Lauterbach Gegenden mit hohen oder stark steigenden Infektionszahlen sowie einer drohenden Überlastung der Krankenhäuser. Genauer definiert werden soll das im Gesetz nicht – weder durch fixe Inzidenz- oder Hospitalisierungswerte noch was die räumliche Ausdehnung betrifft. “Das kann eine Stadt sein oder im Extremfall auch ein ganzes Land”, sagte Lauterbach. Dort können die Länder dann auch eine Maskenpflicht, Hygienevorschriften, Abstandsregeln oder Zugangsvorschriften wie eine 2-G oder eine 3-G-Regel anordnen.

Bundesjustizminister Marco Buschmann sprach von einem “sehr guten Kompromiss”. Auf Drängen seiner Partei, der FDP, hatte der Bundestag im Spätherbst beschlossen, zum 20. März fast alle Corona-Regeln auslaufen zu lassen. Danach stiegen die Infektionszahlen aber rasant. Lauterbach hingegen warnte zuletzt immer wieder davor, im Frühling ohne Corona-Schutzmaßnahmen dazustehen. Auch die Bundesländer forderten vom Bund eine entsprechende Rechtsgrundlage.

Die soll nun am Freitag kommender Woche endgültig beschlossen werden und laut Lauterbach bis zum 23. September gelten. Dann könne man noch vor der zu erwartenden Infektionswelle im Herbst eine neue Regelung beschließen, sagte er. In einer Übergangsphase bis zum 2. April sollen die Bundesländer ihre bisherigen Corona-Verordnungen auch in Kraft lassen können.(09.03.2022)

Österreich setzt die Impfpflicht gegen das Coronavirus vorerst aus

Die Impfpflicht sei bei der vorherrschenden Omikron-Variante nicht verhältnismäßig, sagt Verfassungsministerin Karoline Edtstadler von der ÖVP. Basis für die Entscheidung sei der Bericht einer Expertenkommission. In drei Monaten solle neu entschieden werden, erklärt der neue österreichische Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). Es könne schließlich nicht ausgeschlossen werden, dass eine neue Variante im Herbst das Gesundheitssystem belaste.

Die Impfpflicht gilt eigentlich seit Anfang Februar. Vom 15. März an hätten bisher alle, die sich weigern, mit Geldstrafen von bis zu 3600 Euro rechnen müssen. Österreich war mit dem Schritt ein Vorreiter in der EU. In anderen Ländern gab es nur altersspezifische Vorschriften. Die Impfquote liegt in Österreich bei rund 70 Prozent. (09.03.2022)

Südkorea meldet neuen Höchstwert für Neuinfektionen

Südkorea meldet nach Angaben der Behörde für Seuchenkontrolle und -prävention (KDCA) mit 342 446 Ansteckungen binnen 24 Stunden einen neuen Höchstwert. 158 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, wie die KDCA mitteilte. (09.03.2022)

Moderna verzichtet dauerhaft auf Patentschutz in 92 Ländern

Der US-Konzern Moderna verzichtet in 92 Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen dauerhaft auf den Patentschutz seines Corona-Impfstoffes. Man werde die Patente in diesen Ländern “nie” durchsetzen, kündigte der Hersteller an. Voraussetzung sei, dass diese Impfstoffe ausschließlich zur Verwendung in diesen Ländern hergestellt werden. Es handelt sich um Länder, in denen Gavi, die Impfallianz aus Regierungen, Firmen, Stiftungen und UN-Organisationen, das Covax-Programm unterhält. Dazu zählen unter anderem Ghana, Bosnien-Herzegowina sowie Uruguay.

Moderna-Präsident Stephen Hoge sagte weiter, das Unternehmen verzichte auch auf entsprechende Lizenzeinnahmen “Für die Nutzung der Patente verlangt Moderna kein Geld. Wir machen damit keinen Gewinn – im Gegenteil”, sagte Hoge.

Moderna will zudem mRNA-Impfstoffe in Kenia produzieren, abfüllen und verpacken. Das Unternehmen habe eine entsprechende Absichtserklärung mit der kenianischen Regierung unterzeichnet. Man werde bis zu 500 Millionen Dollar (etwa 460 Millionen Euro) investieren, um jährlich bis zu 500 Millionen Impfstoffdosen für den afrikanischen Kontinent zu produzieren. 2021 hatte Moderna bereits bekannt gegeben, dass es eine solche Anlage in Afrika bauen möchte. (08.03.2022)

Mehr als sechs Millionen Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind weltweit mehr als sechs Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das geht aus neuen Daten der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität (JHU) hervor. Die Schwelle von fünf Millionen Corona-Toten weltweit war Anfang November überschritten worden, die Vier-Millionen-Marke Anfang Juli vergangenen Jahres.

Nach den Daten der US-Forscher liegt die Zahl der bestätigten Infektionen nach inzwischen mehr als zwei Jahren bei mehr als 446 Millionen Fällen. Experten gehen bei Infektionen und Todesfällen rund um den Globus jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Weltweit wurden nach der JHU-Statistik inzwischen mehr als 10,6 Milliarden Impfungen verabreicht.

Die Internetseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen etwas höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen auch wieder zeitweise nach unten korrigiert. Nach Angaben der WHO von Montag gab es bisher 5,98 Millionen bestätigte Todesfälle und gut 440 Millionen bekannte Infektionen. (07.03.2022)

Empfehlungen für einheitliche Corona-Regeln in der Kultur

Gut zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie liegen nach Angaben von Kulturstaatsministerin Claudia Roth erstmals Empfehlungen für einen bundeseinheitlichen Lufthygiene-Standard bei Kulturveranstaltungen vor. Das Papier wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen unter Mitwirkung des Umweltbundesamtes und verschiedener Kultureinrichtungen erarbeitet, wie die Grünen-Politikerin mitteilte.

Sie bezeichnete die Empfehlungen als gute Grundlage für bundesweit einheitlichere Corona-Regeln in der Kultur. Sie trügen dazu bei, “dass vorbildliche Hygiene bei zukünftigen Schutzmaßnahmen stärker berücksichtigt wird und pauschale Schließungen von Kultureinrichtungen vermieden werden”. Damit könne man auch dem Publikum zeigen, dass der Besuch in Kinos, Theatern und Konzertsälen sicher sei, erläuterte Roth weiter. “So leisten wir zugleich einen Beitrag zur nachhaltigen Erholung und wirtschaftlichen Stabilisierung des Kulturbetriebs.”

Die Empfehlungen sind in Form einer Checkliste im Ampelsystem zur Bewertung der Lufthygiene gehalten. Sie umfassen verschiedene Kriterien wie das Vorhandensein von Lüftungsanlagen und Hygienekonzepten. Anwendungsbereich seien “primär Theater, Kinos und Konzerthäuser mit überwiegend sitzendem Publikum”, heißt es darin. (07.03.2022)

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