FC Bayern München: “Es ist nicht genug” – Coach Nagelsmann hadert mit Saison

Vor einem Jahr war dort gegen Paris im Viertelfinale Schluss. In zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten kein Europapokal-Halbfinale gab es für den FCB zuletzt 2005/06 (Achtelfinale) und 2006/07 (Viertelfinale). “Für uns ist es der wichtigste Wettbewerb, wir haben uns vorgenommen, weit zu kommen”, sagte der Torwart und Kapitän Manuel Neuer. “Das müssen wir jetzt erst einmal verarbeiten.”

Immerhin: In der Meisterschaft stehen seine Bayern mit neun Punkten Vorsprung vor Dortmund vor dem zehnten Titel in Serie – kein Verein hat die Fußball-Bundesliga ähnlich dominiert. Auch das zählt zur Wahrheit.

Nagelsmann kam als teuerster Trainer

Nagelsmann selbst sprach vor dem Dienstag von einem “der wichtigsten Spiele in meiner Karriere”. Nun, da er nicht gewinnen konnte, könnte die nächste Zeit etwas unangenehmer für den Coach werden, ausnahmslos zufrieden dürften jetzt schließlich nicht alle im Klub und im nicht immer ruhigen Münchner Umfeld sein. “Ich weiß nicht, was auf mich zurollt. Bundesliga. Bielefeld (am Ostersonntag, Anm. d. Red.) auf jeden Fall”, meinte er bei Amazon Prime Video. “Angst habe ich aber nicht, da gibt es Schlimmeres.”

Der 34-Jährie war vor der Saison als Nachfolger des zum DFB gewechselten Hansi Flick für einen Sockelbetrag von 15 Millionen Euro (der noch anwachsen kann) aus Leipzig gekommen, kein Trainer war bislang teurer. Natürlich setzten die Münchner und ihre Fans also prompt Hoffnungen in ihn.

Schon beim Start fehlen dem Coach Säulen

Doch Nagelsmann hatte dann nicht unbedingt einen leichten Start, das muss man ihm zugute halten. Schließlich entschwanden in Jérôme Boateng und David Alaba, deren Verträge nicht verlängert wurden, zwei Abwehrsäulen im vergangenen Sommer.

Der junge Nachfolger Dayot Upamecano hatte Anlaufschwierigkeiten – und ist noch lange nicht der “Lautsprecher” und Stabilisator der Mittelachse des Feldes wie Alaba vor ihm. Der Österreicher zog am Dienstagabend übrigens mit Real Madrid ins CL-Halbfinale ein.

Und zeitweise war Nagelsmann dann beim FCB gar nicht als Taktiker gefragt, sondern wurde zum Sprachrohr des Vereins, etwa in der Impfdebatte um den Mittelfeldspieler Joshua Kimmich oder bei den Katar-Protesten bei der Jahreshauptversammlung. Weil unter anderem der Vorstandsboss Oliver Kahn und der Sportvorstand Hasan Salihamidzic sich erstaunlich lange öffentlich zurückhielten.

Zwei bittere Abende besiegeln Champions-League-Aus

In den entscheidenden Viertelfinal-Partien mangelte es nun an Spielern in absoluter Topform. Leroy Sané brauchte am Dienstag eine lange Anlaufzeit, ehe er die Partie belebte, der eingewechselte Serge Gnabry blieb blass.

Und Thomas Müller legte zwar das Führungstor von Robert Lewandowski vor, vergab aber auch die große Chance aufs 2:0. Freistehend köpfte er aus wenigen Metern daneben, Chance vertan. “Wenn wir die machen, dann gewinnen wir es”, sagte Nagelsmann.

“Am Ende haben wir das Duell in Villarreal verloren – und nicht heute.” Das kommt ja noch hinzu: In Spanien hätten die Münchner durchaus höher als 0:1 unterliegen können. “Wenn man die Leistung heute sieht, dann rückt es das Hinspiel noch mehr in ein schlechtes Licht”, bilanzierte der Coach.

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