Rosenmontag in Kriegszeiten – 150.000 bei Friedensdemo in Köln

Köln: Zehntausende bei Friedensdemo

Der Rosenmontag in Köln steht im Zeichen des Ukraine-Kriegs: Das Festkomitee Kölner Karneval hat zu einer Friedensdemo aufgerufen – anstelle des Rosenmontagszugs. Dabei stehen die Persiflagewagen im Mittelpunkt, die auf die Situation in Osteuropa hinweisen. “Der Kölner Karneval kann mehr als feiern und schunkeln. Er lebt vor allem von der Solidarität und der Gemeinschaft, Werte wie Freiheit und Gleichheit sind unser oberstes Gut”, sagt Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn. 

“Riesenleistung des organisierten Karnevals

Der Protestmarsch startete am Morgen mit einer Kundgebung am Chlodwigplatz. Laut Michael Kramp, Sprecher des Festkomitees, sind mehr als 150.000 Teilnehmer unterwegs. Der Weg des Demonstrationszuges ähnelt dem des regulären Rosenmontagszuges in Zeiten vor Corona, ist allerdings mit 4,5 Kilometern etwas kürzer. Vorneweg fährt der Mottowagen, der Putin zeigt, wie er die alte Sowjetunion mit Bauklötzen wieder zusammensetzen will.

Viele verschiedene Gruppierungen, Vereine und Verbände der Kölner Zivilgesellschaft haben ihre Teilnahme angekündigt. Am Wochenende rief auch der 1. FC Köln seine Mitglieder dazu auf, sich an der Rosenmontagsdemonstration zu beteiligen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Friedensdemo in Köln als “Riesenleistung des organisierten Karnevals” gewürdigt. Aber auch die anderen beteiligten Gruppen und die Zivilgesellschaft hätten ihren Anteil daran.

Auch BAP-Sänger Wolfgang Niedecken zeigte sich begeistert von der Friedensdemo am “höchsten Kölner Feiertag”. “Da bin ich sehr stolz auf meine Stadt, muss ich wirklich sagen”, sagte Niedecken dem WDR. Rosenmontag sei zu einer Solidaritätskundgebung für Frieden und Demokratie umfunktioniert worden. Es herrsche eine einzigartige, ernsthafte Stimmung. Auf die Frage, ob er mit so vielen Teilnehmern gerechnet habe, antwortete der Musiker:

“Wie ich meine Kölner kenne, ich habe damit gerechnet, weil ich auch weiß: Die Kölner feiern, sie können aber auch Position beziehen.”
Wolfgang Niedecken, Sänger der Band BAP

Botschaft von Tilly

Überraschung in Düsseldorf: Wagenbauer Jacques Tilly hat mit seinem Team die ganze Nacht gearbeitet und lässt einen eigens angefertigten Karnevalswagen zum Ukraine-Krieg durch die Stadt rollen. Seine Botschaft an Wladimir Putin: “Erstick dran!”

Duisburg abgesagt, Unna und Monheim ziehen

Der Duisburger Rosenmontags-Umzug in der MSV-Arena wurde ebenfalls wegen des Krieges in der Ukraine abgesagt. In Monheim haben sich – trotz viel Kritik – die Verantwortlichen anders entschieden und sagen, der Zug kann ziehen. “Er muss es vielleicht sogar – gerade jetzt! Weil er ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Vielfalt ist und damit den Werten, die die russische Regierung gerade vor aller Welt mit Füßen tritt, entgegensteht“, so ein Statement von Bürgermeister Daniel Zimmermann und der Großen Monheimer Karnevalsgesellschaft.

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Rosenmontag in Kriegszeiten – 150.000 bei Friedensdemo in Köln

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