Ski alpin: Mayer bündelt Kräfte für Kvitfjell

Der Südtiroler, 89 Punkte hinter Kilde, knallte im abschließenden Testlauf für die beiden Abfahrten am Freitag und Samstag (je 11.30 Uhr, live in ORF1) eine starke Bestzeit hin, verwies den Franzosen Johan Clarey (+0,44) und den Schweizer Niels Hintermann (+0,53) sowie Kilde (0,69) auf die weiteren Plätze. Daniel Hemetsberger hatte als Sechster und bester Österreicher 0,92 Rückstand, Max Franz als Achter 1,08. Mayer mit 1,63 und Feuz mit 2,14 Rückstand deckten längst nicht alle Karten auf.

Während Feuz in der Abfahrt und Mayer im Super-G als Olympiasieger aus China heimkehrten, blieb Kilde ein Titel verwehrt. Kristall wäre darum umso wertvoller für ihn, er führt in der Abfahrts- und der Super-G-Wertung. „Es geht sehr eng her. Ich bin bereit, aber die anderen sind auch schnell. Diese Abfahrt gehört zu den leichtesten, da muss man einfach Gas geben“, sagte der Lokalmatador. „Wenn ich eine Kugel schaffe, wäre das cool, beide wären unglaublich. Aber ich bin so auch zufrieden mit dem, was ich bis jetzt in dieser Saison gemacht habe.“


GEPA/Harald Steiner

Aleksander Aamodt liegt derzeit in beiden Speed-Wertungen in Führung

Herschenken wolle er das Kristall nicht, meinte Feuz, „auch wenn sich Aleksander die Kugel verdient hätte“. „Das müssen wir nicht diskutieren, er hat drei Siege auf dem Konto, er wäre auf alle Fälle ein würdiger Abfahrtssieger. Aber es sind noch drei Abfahrten geplant. Man muss bei allen drei relativ weit vorne sein, wenn man im Spiel bleiben will. Es heißt Vollgas geben.“ Vergessen dürfe man beispielsweise auch nicht auf Paris, der „im Training allen um die Ohren“ gefahren sei.

Die Jagd nach der Abfahrtskristallkugel

Im Kampf um die Abfahrtskristallkugel ist Aleksander Aamodt Kilde in der Poleposition. Allerdings hat der Norweger vor den abschließenden drei Saisonrennen nur einen kleinen Vorsprung auf seine ersten Verfolger, und die wollen freilich bis zuletzt um das Kristall kämpfen.

Mayer bleibt gelassen

Das tat Mayer nicht, Grund zur Beunruhigung ist das freilich nicht. „Die Piste ist in einem super Zustand, das wird ein lässiges Rennen werden. Ich bin bereit, brauche mich nicht zu verstecken und freue mich auf das Saisonfinale“, sagte der Olympiadritte in der Abfahrt gewohnt gelassen.

Bezüglich Kristallkugel zerbreche er sich auch nicht den Kopf, es sei sich schon ein paarmal nicht ausgegangen. „So groß sind die Abstände nicht. Feuz und Kilde wollen sie holen, und ich hoffe, dass ich ein Wörtchen mitreden kann.“ Nach der so erfolgreichen Saison sei es ein schönes Gefühl, so in die letzten Rennen gehen zu können.

Motivierte Teamkollegen

Nach den verpatzten Winterspielen will Weltmeister Vincent Kriechmayr wieder vorne mitkämpfen. „Dafür muss ich mich auf mein Skifahren konzentrieren und schauen, dass ich das auf den Punkt bringe.“ Hemetsberger hat sich Platzierungen in den Top Ten vorgenommen. „Wenn sich nochmals ein Stockerl ausgeht, wäre das schön“, meinte der Oberösterreicher.

Franz will es „ganz klar mal im Rennen zeigen, dass ich da voll dabei bin“. Es müsse einmal eine gute Fahrt her, mit der er zufrieden sei. Die verlorene Quali um den Olympiaabfahrtsstartplatz abgehakt hat Otmar Striedinger: „Es heißt in den letzten Rennen noch Vollgas geben.“ Das hat sich auch Daniel Danklmaier vorgenommen, um sich in der Startliste weiter zu verbessern und eine gute Ausgangsposition für den nächsten Winter zu verschaffen.

Abschied von Jansrud

An diesem Wochenende seine Karriere beenden wird Kjetil Jansrud, Super-G-Olympiasieger 2014, Abfahrtsweltmeister 2019 und Gewinner von 23 Weltcup-Rennen. „Im Moment sind die Gefühle normal, ich bereite mich auf das Rennen vor. Aber es wird sicher sehr emotional werden“, sagte der 36-jährige Norweger.

„Er ist ein super Typ, hatte eine wunderschöne Karriere und hat viele Medaillen gewonnen. Es ist für ihn sicher schön, in Kvitfjell das Abschiedsrennen zu haben“, meine Feuz. „Das wird speziell, er war meine ganze Weltcup-Karriere immer dabei“, sagte Kilde.

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