Sportpolitik: Keine Ausschlüsse bei Paralympics

Das IPC fällte die Entscheidung trotz Aufforderungen, die Sportlerinnen und Sportler von den Wettkämpfen auszuschließen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte diese Woche den Sportverbänden empfohlen, Mannschaften und Athleten aus Russland und Belarus zu suspendieren. Gleichzeitig fügte das IOC hinzu, dass sie als Neutrale antreten könnten, wenn zeitliche oder gesetzliche Einschränkungen ihren Ausschluss verhindern sollten.

Das IPC wollte damit augenscheinlich die betroffenen Länder bestrafen, aber nicht die Sportler darunter leiden lassen. „Ich erwarte nun von allen Teilnemern, dass sie die neutralen Athleten wie jeden anderen Athleten bei diesen Spielen behandeln, egal wie schwierig das auch sein mag“, sagte IPC-Präsident Andrew Parsons.

„Im Gegensatz zu ihren jeweiligen Regierungen sind diese paralympischen Athleten und Funktionäre nicht die Aggressoren. Sie sind hier, um wie alle anderen an einem Sportereignis teilzunehmen“, so Parsons weiter. Bis auf Weiteres wird das IPC aber auch keine Veranstaltungen in Russland oder Belarus durchführen.


APA/AFP/Philip Fong

IPC-Präsident Andrew Parsons sprach von der härtesten Bestrafung im Rahmen der IPC-Regeln

Olympischer Waffenstillstand gebrochen

Die IPC-Exekutive sei sich „einig, dass die Verletzung des Waffenstillstands nicht ungestraft bleiben konnte“. Die olympische Waffenstillstandsresolution, die von 193 Mitgliedsstaaten der UNO-Generalversammlung unterzeichnet wurde, fordert die Einhaltung des Waffenstillstands von sieben Tagen vor Beginn der Olympischen Winterspiele am 4. Februar bis sieben Tage nach Ende der Paralympischen Winterspiele am 21. März.

Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und weiteren Politikern und Funktionären wurden paralympische Orden und weitere Ehrungen aberkannt.

Bei der Entscheidung sei das Komitee von den grundsätzlichen Leitlinien des IPC geleitet worden, die ein Bekenntnis zu politischer Neutralität und Unparteilichkeit sowie einen unerschütterlichen Glauben an die verändernde Kraft des Sports beinhaltet. „Das sind Schlüsselkomponenten der neuen IPC-Konstitution, die 2021 bei der Generalversammlung erst vor etwas über drei Monaten beschlossen wurde“, so das IPC weiter.

„Härteste Bestrafung, die wir verhängen können“

„Wofür wir uns entschieden haben, ist die härteste Bestrafung, die wir im Rahmen unserer Verfassung und der aktuellen IPC-Regeln verhängen können“, sagte Parsons. Nach den Spielen werde man „mit unseren 206 Mitgliedsorganisationen herausfinden, ob Verstöße gegen den olympischen Waffenstillstand für zukünftige Paralympische Spiele zur möglichen Suspendierung oder dem Ausschluss führen können“.

Dabei sollen die Mitglieder auch entscheiden, „ob wir die Mitgliedschaft des Nationalen Paralympischen Komitees von Russland oder Belarus aussetzen oder beenden“.

Zuvor hatten unter anderem das Internationale Olympische Komitee (IOC), Athleten aus der Ukraine in einem offenen Brief an IOC-Präsidenten Thomas Bach und IPC-Chef Parsons und weitere Landesverbände den Ausschluss der Athleten aus Russland und Belarus gefordert.

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