Ukraine-News: ++ Selenskyj meldet Festnahme von Oligarchen und Putin-Freund ++ – WELT

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU den ukrainischen Politiker und Oligarchen Wiktor Medwedtschuk festgenommen. Das gab Selenskyj am Dienstagabend auf seinem Telegram-Channel bekannt – und veröffentlichte auch ein Foto von Medwedtschuk in Handschellen.

Der Oppositionspolitiker Medwedtschuk ist der führende Kopf der als prorussisch geltenden Partei „Oppositionsblock – Für das Leben“. Der 67-Jährige pflegt freundschaftliche Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dieser ist der Pate von Medwedtschuks Tochter.

Im Mai 2021 war Medwedtschuk wegen des Verdachts des Hochverrats unter Hausarrest gestellt worden, konnte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine fliehen und untertauchen.

Putin hatte im vergangenen Jahr verärgert auf das Vorgehen der Behörden gegen Medwedtschuk reagiert. Dessen angebliche Festnahme wollte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nun nicht kommentieren. „Es kommen gerade viele Falschinformationen aus der Ukraine“, sagte er zu russischen Medien. „Das muss erst geprüft werden.“

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Ukraine-News – Alle Ereignisse im Liveticker:

21:40 Uhr – Ampel-Politiker für Waffenhilfe und Öl-Embargo

Nach einem Ukraine-Besuch haben sich drei führende Parlamentarier der Ampel-Koalition für weitere Waffenlieferungen, einen schnellstmöglichen Importstopp für russisches Öl und eine klare EU-Perspektive für die Ukraine ausgesprochen. „Im Bundestag dürfte es dafür breite Mehrheiten geben. Deutschland muss noch mehr Verantwortung übernehmen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Vorsitzenden der Bundestagsausschüsse für Auswärtiges, Verteidigung und Europa, Michael Roth (SPD), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Anton Hofreiter (Grüne), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

20:23 Uhr – Macron: Putin wird nicht aufgeben

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geht nicht von einem baldigen Nachgeben Russlands im Ukraine-Krieg aus. Präsident Wladimir Putin habe „entschieden, dass er nicht aufhören wird“, sagte Macron der Wochenzeitung „Le Point“. „Er braucht einen militärischen Sieg für sich selbst“, auch wenn er verstanden habe, dass die Ukraine sich nicht unterwerfen werde.

Die russischen Truppen hatten sich zuletzt im Norden der Ukraine zurückgezogen, um sich auf den Osten des Landes zu konzentrieren. So wolle Putin „einen Sieg und eine glorreiche Militärparade am 9. Mai“ erzwingen, sagte Macron. An diesem Datum wird in Russland jährlich der Sieg über Nazi-Deutschland gefeiert. Aus diesen Gründen, „glaube ich ziemlich wenig an unsere kollektive Fähigkeit, (Putin) kurzfristig an einen Verhandlungstisch zu bringen“, sagte Macron weiter.

20:00 Uhr – Botschafter Melnyk wünscht sich Ukraine-Besuch von Scholz

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat sich für einen Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in der Ukraine ausgesprochen. Es sei wichtig, „dass der Regierungschef nach Kiew kommt“, sagte Melnyk laut vorab verbreiteten Auszügen in einem am Dienstagabend auf ProSieben und Sat.1 ausgestrahlten Interview.

19:41 Uhr – Ukraine meldet 870.000 zurückgekehrte Kriegsflüchtlinge

Rund 870.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind nach Angaben aus Kiew bereits wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt. Derzeit würden 25.000 bis 30.000 Ukrainer täglich zurückkehren, sagte ein Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes. Demnach kommen mittlerweile auch vermehrt Frauen, Kinder und ältere Menschen an, während es sich bei den Rückkehrern in den ersten Wochen des Krieges vor allem um kampfbereite Männer gehandelt habe.

„Sie sagen, dass sie sehen, dass die Situation sicherer ist, vor allem in den westlichen Regionen, und sie können nicht länger im Ausland bleiben“, sagte der Sprecher. Die russischen Truppen hatten sich Ende März im Norden der Ukraine weitgehend zurückgezogen, um sich nach Angaben aus Moskau auf die Ostukraine zu konzentrieren. Nach UN-Angaben haben seit Beginn der russischen Invasion mehr als 4,6 Millionen Menschen die Ukraine verlassen. Schätzungen zufolge sind weitere mehr als sieben Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht.

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19:11 Uhr – Gouverneur: 400 tote Zivilisten in Sewerodonezk seit Kriegsbeginn

In der ukrainischen Stadt Sewerodonezk in der Nähe der Frontlinie zu den pro-russischen Separatistengebieten in der Ostukraine sind nach ukrainischen Angaben seit Beginn des russischen Einmarsches Hunderte Zivilisten getötet worden. In den ersten 48 Tagen des Krieges habe es 400 Begräbnisse gegeben, erklärte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gajdaj, auf Telegram. Zu den Todesursachen machte er keine Angaben.

Die Leichenhallen in den Städten seiner Region seien „voll mit Leichen von Zivilisten“, fügte er hinzu. In Lysytschansk würden die Toten „in Massengräbern beigesetzt“. In kleineren Ortschaften entlang der Frontlinie beerdigten die Bewohner ihre Toten auf ihren Grundstücken oder „die Leichen bleiben auf der Straße liegen“.

19:07 Uhr – Kiew setzt Verhandlungen mit Moskau fort

Parallel zum Kriegsgeschehen in der Ukraine werden die Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau fortgesetzt. „Die Gespräche finden äußerst schwer statt. Online in Arbeitsgruppen, doch finden sie statt“, sagte Präsidentenberater Mychajlo Podoljak der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine. Die Kiewer Seite arbeite dabei weiter transparent und im „proukrainischen“ Rahmen. Moskau versuche allerdings, durch öffentliche Äußerungen Druck auf den Verhandlungsprozess auszuüben, sagte Podoljak.

Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, dass Kiew nach dem Fund Hunderter Leichen in Butscha von den erreichten Vereinbarungen bei den Verhandlungen mit Moskau Abstand genommen habe. Die Ukraine wirft den russischen Truppen Kriegsverbrechen vor. Sie sollen in Butscha, einem Vorort von Kiew, ein Massaker an Zivilisten verübt zu haben. Russland weist das zurück.

18:26 Uhr – Ukraine: Fast 2700 Zivilisten aus Front-Regionen evakuiert

Die Ukraine hat nach Regierungsangaben heute 2671 Zivilisten aus Regionen an der Front evakuiert. Darunter seien 208 Bewohner der eingeschlossenen Hafenstadt Mariupol.

18:12 Uhr – Mehrheit der Deutschen laut Umfrage für Lieferung schwerer Waffen an Ukraine

Eine Mehrheit der Deutschen ist dafür, der Ukraine im Krieg gegen die Russen Offensivwaffen und schweres Gerät zu liefern. 55 Prozent fänden es richtig, der Forderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nachzukommen. 33 Prozent sind dagegen, ergab das Trendbarometer für RTL und ntv, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Unter den von Forsa befragten Ostdeutschen lehnte eine Mehrheit von 52 Prozent solche Waffenlieferungen ab. Auch die Anhänger der Linkspartei (52 Prozent) und der AfD (75 Prozent) sprachen sich dagegen aus.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte am Montag gefordert, dass Deutschland nun auch schwere Waffen an Kiew abgeben soll. Unter schweren Waffen versteht man Panzer, Kampfjets, Kriegsschiffe oder Artilleriegeschütze. Bisher hat Berlin unter anderem Luftabwehrraketen, Panzerfäuste und Maschinengewehre in die Ukraine geliefert.

In der wirtschaftlich wichtigen Frage, ob Deutschland komplett auf russisches Gas verzichten sollte, sind die Bundesbürger gespalten. 42 Prozent sind dafür, auch wenn es dadurch zu Engpässen und einer erheblichen Verteuerung bei der Versorgung mit Gas in Deutschland käme. 48 Prozent sind dagegen. Eine klare Mehrheit für einen Gas-Boykott gibt es bei den Grünen (61 Prozent) aus.

Eine große Mehrheit von 84 Prozent findet, dass der Westen versuchen sollte, mit Russland in Kontakt zu bleiben, um den Krieg durch Verhandlungen zu beenden. Nur 13 Prozent meinen, der Westen solle den Kontakt abbrechen, solange Russland den Krieg fortsetzt.

18:11 Uhr – Le Pen gegen Embargo für russisches Gas

Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen ist nach eigenen Worten gegen Russland-Sanktionen, die die Energiekosten in Frankreich in die Höhe treiben würden. „Ich will nicht, dass es die Franzosen sind, die mit voller Wucht die Konsequenzen von Entscheidungen erleiden, die darauf abzielen würden, Gas- oder Ölimporte zu beenden“, sagte die rechte Politikerin im Sender France Inter. Sie wisse, was ein Gas- oder Ölembargo für die Energiekosten der Franzosen bedeuten würde. „Ich bin hier, um die Franzosen zu verteidigen“, sagte Le Pen.

Im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wird ein möglicher Importstopp von russischem Gas und Öl in der EU kontrovers diskutiert. Le Pen betonte, sie stelle sich einzig gegen Sanktionen, die auf den Energiesektor abzielten. Alle anderen Strafmaßnahmen gegen Russland befürworte sie. Der 53-Jährigen wurde im Vorfeld der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen wiederholt eine zu große Nähe zu Kremlchef Wladimir Putin vorgeworfen.

18:03 Uhr – Bürgermeister von Mariupol geht von 21.000 toten Zivilisten aus

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine sind nach jüngsten Schätzungen des Bürgermeisters von Mariupol rund 21.000 Zivilisten in der Hafenstadt getötet worden. Es sei nach dem Beginn der Straßenkämpfe schwierig, die exakte Zahl der Toten zu ermitteln, sagte Bürgermeister Wadym Boitschenko im Fernsehen.

17:51 Uhr – Ukrainische Post bringt Marken mit Stinkefinger für Russen heraus

Knapp sieben Wochen nach Kriegsbeginn hat die ukrainische Post neue Briefmarken herausgebracht – mit einer klaren Botschaft an die russischen Angreifer. Zu sehen ist darauf ein ukrainischer Soldat, der einem Kriegsschiff den Stinkefinger zeigt. Ein Sonderstempel bildet zudem die Umrisse der von der russischen Marine eroberten Schlangeninsel im Schwarzen Meer ab – sowie den Anfang des Satzes „Russisches Kriegsschiff, verpiss dich!“ Das Motiv und der Satz sind eine Anspielung auf einen aufgezeichneten Funkspruch in den ersten Kriegstagen Ende Februar.

Ein russisches Kriegsschiff hatte die Garnison der Schlangeninsel damals aufgefordert, die Waffen niederzulegen. Darauf antwortete der ukrainische Marineinfanterist Roman Hrybow: „Russisches Kriegsschiff, verpiss dich!“ Der Mann wurde daraufhin zum Volkshelden. Landesweit wird der Spruch seitdem plakatiert und ziert T-Shirts sowie andere Souvenirs.

17:42 Uhr – Ampel-Politiker in Ukraine angekommen

Drei führende deutsche Parlamentarier der Ampel-Koalition sind in die Ukraine gereist, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Die Vorsitzenden der Ausschüsse für Auswärtiges, Verteidigung und Europa – Michael Roth (SPD), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Anton Hofreiter (Grüne) – trafen am Dienstag in der westukrainischen Stadt Lwiw ein, wo sie Gespräche mit Abgeordneten des ukrainischen Parlaments Rada führen wollten. Alle drei Politiker hatten zuletzt mehr Tempo bei Waffenlieferungen gefordert.

Es sind die hochrangigsten deutschen Politiker, die seit Kriegsbeginn vor sieben Wochen die Ukraine besuchen. In der vergangenen Woche war bereits der SPD-Bundestagsabgeordenete Frank Schwabe mit einer Delegation des Europarats dort. Aus Polen, Großbritannien, Österreich Tschechien, Slowenien und der Slowakei sind bereits die Regierungschefs nach Kiew gereist, um der Ukraine im Kampf gegen die russischen Angreifer den Rücken zu stärken. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war am Freitag dort.

17:26 Uhr – Rufe nach Lieferung schwerer Waffen werden in Ampel-Koalition lauter

In der Ampel-Koalition wächst der Druck auf Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der Lieferung von Panzern und anderen schweren Waffen an die Ukraine zuzustimmen. Nach Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sprachen sich am Dienstag auch prominente Vertreter von SPD und FDP für den Schritt aus. Der Vorsitzende des Außenausschusses im Bundestag, Michael Roth (SPD), betonte, die Ukraine müsse aus einer „Position der Stärke“ mit Russland verhandeln können.

Unterstützung erhielt Baerbock von Grünen-Parteichef Omid Nouripour. „Dass die Ukraine mehr braucht, auch schwere Waffen braucht, das ist sichtbar“, sagte er nach einer Klausurtagung des Parteivorstands in Husum.

17:18 Uhr – Besuch geplatzt – Steinmeier in Kiew nicht erwünscht

Eine geplante Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Kiew ist geplatzt, weil er dort offensichtlich nicht willkommen ist. Der polnische Präsident Andrzej Duda habe in den vergangenen Tagen angeregt, dass sie beide zusammen mit den Staatschefs der baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland in die ukrainische Hauptstadt reisen, „um dort ein starkes Zeichen gemeinsamer europäischer Solidarität mit der Ukraine zu senden und zu setzen“, sagte Steinmeier am Dienstag bei seinem Besuch in Warschau. „Ich war dazu bereit. Aber offenbar – und ich muss zur Kenntnis nehmen – war das in Kiew nicht gewünscht.“

Zuvor hatte die Zeitung „Bild“ berichtet, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Besuch Steinmeiers abgelehnt hatte. Es habe eine klare Ansage gegeben, dass man momentan zu keinem Treffen bereit sei.

Grund für die Absage aus Kiew seien die engen Beziehungen des Bundespräsidenten zu Russland in den vergangenen Jahren. Auch Steinmeiers Unterstützung der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 sei ein Grund gewesen. „Wir kennen hier alle Steinmeiers enge Beziehungen nach Russland, die auch von der Steinmeier-Formel geprägt waren. Er ist momentan nicht in Kiew willkommen“, zitiert die Zeitung einen ukrainischen Diplomaten. „Ob sich das noch einmal ändert, werden wir sehen.“

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Kennen sich gut: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (links) und der polnischen Präsident Andrzej Duda in Warschau

16:56 Uhr – Putin will Militäreinsatz in der Ukraine „planmäßig“ fortsetzen

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die „planmäßige“ Fortsetzung des Militäreinsatzes in der Ukraine angekündigt. „Unsere Aufgabe ist es, alle gesetzten Ziele zu erfüllen und zu erreichen und dabei die Verluste zu minimieren“, sagte Putin am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko. „Und wir werden dabei gleichmäßig, ruhig und nach dem ursprünglich vom Generalstab vorgeschlagenen Plan vorgehen.“

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DWO Teaser Putin Panzer aw 2

Putin bestritt, dass die russische Armee Schwierigkeiten habe und zum Rückzug aus großen Gebieten insbesondere um Kiew gezwungen worden sei: „Unsere Aktionen in bestimmten Regionen der Ukraine dienten dazu, Kräfte zu binden, Schäden zuzufügen und die militärische Infrastruktur zu zerstören.“ Ziel sei es gewesen, „die Voraussetzungen für eine aktivere Operation auf dem Gebiet des Donbass zu schaffen“, sagte der Kreml-Chef.

16:40 Uhr – Aus Ministeriumskreisen: Habeck will als letztes Mittel Energiefirmen enteignen

Das Bundeswirtschaftsministerium will sich als letztes Mittel im Krisenfall auch Enteignungen von Energiefirmen vorbehalten. Wie am Dienstag aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums verlautete, soll das noch aus dem Jahr 1975 stammende Energiesicherungsgesetz wegen der Verwerfungen auf den Energiemärkten im Zuge des Ukraine-Kriegs modernisiert und ergänzt werden. Ziel sei es, die Vorsorgungssicherheit zu gewährleisten. Es gehe darum, alle Handlungsoptionen für den Fall der Fälle zu haben. Das Wirtschaftsministerium habe dazu die sogenannte Ressortabstimmung mit den anderen Ministerien eingeleitet. Diese soll zügig abgeschlossen werden.

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Marie-Agnes Strack-Zimmermann

16:17 Uhr – Steinmeier: Sanktionswirkung darf nicht EU schwächen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnt im Zusammenhang mit der Debatte um russische Gaslieferungen davor, dass die EU-Staaten sich mit Sanktionen nicht mehr schädigen dürften als Russland. Er verweist nach einem Gespräch mit seinem polnischen Kollegen Andrej Duda in Warschau auf die Industriestruktur Deutschlands. Die Bundesregierung arbeite aber daran, den Bezug von Öl- und Gaslieferungen aus Russland so schnell wie möglich zu reduzieren, fügt der Präsident hinzu. Russland leide bereits unter den harten westlichen Sanktionen, sagt Steinmeier.

15:38 Uhr – Putin sieht Gespräche mit der Ukraine in einer Sackgasse

Der russische Präsident Wladimir Putin sieht die Gespräche mit der Ukraine laut der staatlichen Nachrichtenagentur RIA in einer Sackgasse. Die Ukraine sei von den Vereinbarungen, die bei den Friedensgesprächen in Istanbul getroffen waren, abgewichen, erklärt Putin laut der Agentur Interfax. Putin verteidigt die Invasion Russlands in der Ukraine und erklärt, die „Spezialoperation“ sei richtig.

14:57 Uhr – Ukrainischen Soldaten in Mariupol gehen Lebensmittel aus

In der umkämpften und fast völlig zerstörten Hafenstadt Mariupol haben ukrainische Soldaten Medien zufolge über zur Neige gehende Lebensmittel- und Munitionsvorräte berichtet. Seit Beginn der Belagerung durch russische Truppen vor rund sechs Wochen seien keine Lieferungen mehr zu ihnen durchgekommen, sagt ein Soldat in einem am Dienstag zuerst auf Facebook veröffentlichten Video. Der Mann, der sich und seine Kameraden als Mitglieder der 36. Marineinfanteriebrigade aus Mariupol vorstellt, trägt einen Bart und hat tiefe Augenringe.

14:53 Uhr – Ex-Militärbischof: Kirchen können Waffenlieferungen unterstützen

Die Kirchen können aus Sicht des früheren Militärbischofs Sigurd Rink Waffenlieferungen in die Ukraine unterstützen. „Christen dürfen ihr eigenes Leben und das anderer mit der Waffe verteidigen“, sagte der evangelische Theologe der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Ein Verteidigungskrieg ist ethisch legitim. Da die Ukraine sich verteidigt, dürfen die Kirchen auch Waffenlieferungen unterstützen.“ Es gebe Grenzen des Pazifismus, sagte Rink. „Als Christenmensch muss ich nach den Geboten der Bergpredigt die andere Wange hinhalten und Unrecht leiden. Gleichzeitig muss ich die schützen, die mir anvertraut sind.“ Daher komme die Idee des gerechten oder gerechtfertigten Krieges, so Rink. In der Ukraine müsse die Völkergemeinschaft jetzt ein bedrängtes Volk unterstützen: „Dem sollten die Kirchen nicht im Weg stehen.“

14:51 Uhr – Putin erklärt wirtschaftlichen „Blitzkrieg“ des Westens für gescheitert

Der vom Westen ausgehende wirtschaftliche „Blitzkrieg“ gegen Russland ist nach den Worten von Präsident Wladimir Putin gescheitert. Das russische Finanzsystem funktioniere gut, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Putin. Mit Bezug auf die Sanktionen sagt er der Agentur Tass zufolge, er gehe davon aus, dass im Westen gesunder Menschenverstand vorherrschen wird. Mittel- und langfristig dürften die Auswirkungen der Sanktionen steigen. Die russische Wirtschaft werde sich darauf einstellen.

14:46 Uhr – Mutmaßliche Spione aus Russland und Belarus in Polen festgenommen

Inmitten des Ukraine-Kriegs sind in Polen drei mutmaßliche Spione aus Russland und Belarus festgenommen worden. Ein seit 18 Jahren in Polen lebender Russe habe „auf Forderung des russischen Geheimdienstes Informationen über Kampfvorbereitungen der polnischen und der Nato-Streitkräfte gesammelt“, erklärte am Dienstag ein Sprecher des polnischen Geheimdienstes. Die zwei Belarussen wiederum hätten strategische Objekte für die Verteidigungsfähigkeit Polens ausspionieren wollen.

14:34 Uhr – Weltbank bereitet Hilfspaket für Ukraine vor

Die Weltbank bereitet eigenen Angaben zufolge ein Hilfspaket über 1,5 Milliarden Dollar für die Ukraine vor. Damit sollten dringende Ausgaben wir Gehälter für Klinikpersonal, Renten und Sozialhilfen gesichert werden, sagt Weltbank-Präsident David Malpass. Die Weltbank hatte der Ukraine vergangenen Monat bereits Schnellfinanzierungen über 923 Millionen Dollar zugesagt.

14:14 Uhr – Neue Angriffe auf Strom-Infrastruktur in der Ukraine

Die ukrainische Strom-Infrastruktur ist nach Erkenntnissen von Experten Ziel neuer Cyberangriffe aus Russland. Speziell werde versucht, Umspannwerke lahmzulegen, berichtete die IT-Sicherheitsfirma Eset am Dienstag. Die Eset-Forscher entdeckten gemeinsam mit ukrainischen Behörden eine neue Version der Schadsoftware „Industroyer“, die bereits 2016 von der Hacker-Gruppe „Sandworm“ eingesetzt worden war. Bei „Sandworm“ gehen westliche IT-Experten und Geheimdienste von einer Verbindung zum russischen Militärgeheimdienst GRU aus.

13:33 Uhr – EU schickt Zelte und Decken für Geflüchtete nach Moldau

Im ukrainischen Nachbarland Moldau wird von der EU ein Lagerhaus für Hilfsgüter für Flüchtlinge eingerichtet. Zudem werden diese Woche mehr als 1200 Zelte und 4000 Decken geliefert für Menschen, die durch den Krieg vertrieben worden sind, wie die zuständige EU-Kommission am Dienstag mitteilte. „Der Bedarf der betroffenen Zivilisten an humanitärer Hilfe nimmt angesichts des äußerst brutalen militärischen Angriffs Russlands auf die Ukraine exponentiell zu“, sagte der das Krisenmanagement koordinierende Kommissar Janez Lenarcic. Um allen Menschen in Not helfen zu können, müssten nun alle verfügbaren Kapazitäten mobilisiert werden.

13:27 Uhr – FDP-Politiker Lambsdorff kritisiert Ostermärsche in Zeiten von Krieg

Vor dem Auftakt der diesjährigen Ostermärsche am Donnerstag hat der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff die pazifistischen Anliegen der Beteiligten kritisiert. „Wenn Ostermarschierer jetzt Abrüstung fordern und in Interviews vorschlagen, die Ukraine ‚gewaltfrei zu unterstützen‘, spucken sie den Verteidigern Kiews und Charkiws ins Gesicht“, schrieb Lambsdorff in der „Zeit“. „Sie traumatisieren die zu uns Geflüchteten ein zweites Mal, denn sie schützen die Mörder und Vergewaltiger von Butscha, Irpin und Mariupol“, warf der SPD-Politiker den Organisatorinnen und Organisatoren der Märsche vor. „Die Ostermarschierer sind die fünfte Kolonne Wladimir Putins, politisch und militärisch“, schrieb er weiter. Sie bedeuteten eine Gefahr für die Sicherheit Deutschlands und Europas.

13:04 Uhr – Militärexperte erwartet russischen Großangriff nach Ostern

Der deutsche Militärexperte Carlo Masala erwartet nach Ostern einen russischen Großangriff im Osten der Ukraine. Die Verstärkung und Umgruppierung der russischen Truppen werde bald abgeschlossen sein, sagte der Politikprofessor der Bundeswehruniversität München im „stern“-Podcast „Ukraine – die Lage“ (Dienstag). Der Beginn des Angriffs hänge von vielen Faktoren ab, bis hin zum Wetter.

„Dann ist es eine politische Frage, wann diese Großoffensive beginnt, aber ich denke, länger als eine Woche wird es nicht dauern“, sagte Masala. Er rechne aber nicht damit, dass die russischen Verbände schnelle Erfolge erreichen werden.

12:34 Uhr – Strack-Zimmermann, Roth und Hofreiter sind auf dem Weg in die Ukraine

Die Vorsitzenden der Bundestags-Ausschüsse für Verteidigung, Außen und Europa sind auf dem Weg in die Ukraine. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Michael Roth (SPD) und Anton Hofreiter (Grüne) Vertreter der Kiewer Rada treffen. Das erfuhr WELT. Zuerst hatte der „Spiegel“ berichtet.

Mit den drei Ausschuss-Vorsitzenden reisen zum ersten Mal seit dem russischen Angriff Vertreter des Bundestags in die Ukraine. Aus Sicherheitsgründen wurde die Reise bis zuletzt geheim gehalten, über den genauen Ort des Treffens in der Westukraine wird weiterhin geschwiegen.

Das Treffen erfolgt auf Einladung der ukrainischen Parlamentsabgeordneten Halyna Yanchenko. In dem Schreiben an die Mitglieder der drei Bundestags-Ausschüsse sowie die Mitglieder der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe schlägt Yanchenko ein Treffen in Lwiw (Lemberg) vor. Dem Vernehmen nach wird man sich allerdings an einem Ort in der Westukraine treffen, der näher an der polnischen Grenze liegt.

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12:16 Uhr – Japan bewilligt neue Sanktionen gegen Russland

Das japanische Regierungskabinett hat zusätzliche Sanktionen gegen Moskau wegen des Kriegs in der Ukraine bewilligt. Dies beinhaltet das Einfrieren von Vermögenswerten von fast 400 Einzelpersonen, darunter zwei Töchter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, sowie ein Verbot von Neuinvestitionen und Wodka-Importen. Unter den insgesamt betroffenen 398 Einzelpersonen aus Russland befinden sich auch die Frau und die Tochter des russischen Außenministers Sergej Lawrow. Japan hat damit inzwischen Vermögenswerte von mehr als 500 russischen Einzelpersonen und Organisationen eingefroren.

12:13 Uhr – Steinmeier spricht in Warschau mit Duda

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist zu einem eintägigen Besuch in Polen eingetroffen. In der Hauptstadt Warschau wurde er am Dienstagmittag von Staatspräsident Andrzej Duda empfangen. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche wird der russische Angriffskrieg in der Ukraine stehen. Steinmeier wird von seiner Frau Elke Büdenbender begleitet. Sie holen damit ihre Reise nach, die sie Ende März wegen ihrer Corona-Infektion kurzfristig absagen mussten. Von dem Besuch soll nach Darstellung des Bundespräsidialamts das Signal ausgehen, dass Deutsche und Polen gemeinsam an der Seite der Ukraine stehen. Steinmeier will Polen seinen Dank und Respekt für die Aufnahme vieler Flüchtlinge aus der Ukraine ausdrücken. Nach polnischen Angaben suchten in dem EU-Land bislang fast 2,7 Millionen Menschen Zuflucht vor dem Krieg in ihrer Heimat. Auf dem Programm steht auch der Besuch eines Freiwilligenzentrums der Caritas, das die Arbeit der Helfer koordiniert und vernetzt.

11:55 Uhr – Selenskyj drängt auf Sanktionen gegen Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ruft die Europäische Union eindringlich zu Sanktionen gegen alle Banken und die Ölindustrie Russlands auf. Für einen Stopp der Gas-Importe müsse die EU eine Frist setzen, sagt er in einer Video-Botschaft vor dem litauischen Parlament. „Nur dann wird die russische Regierung verstehen, dass sie sich um Frieden bemühen muss.“ Wenn es hinsichtlich eines Gas-Embargos noch immer keine Klarheit gebe, dann könne niemand sicher sein, dass es den Willen zur Beendigung russischer Kriegsverbrechen gebe.

11:52 Uhr – Lang fordert härtere Sanktionen bei russischem Chemiewaffen-Einsatz

Die Ko-Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, hat sich besorgt über den möglichen Einsatz von Chemiewaffen durch die russische Armee in der Ukraine geäußert. „Das wäre ein historischer Bruch seit dem Ersten Weltkrieg hier in Europa“, sagte Lang den Sendern RTL/n-tv am Dienstag. Sollte sich der Verdacht auf einen Einsatz in der Stadt Mariupol bestätigen, müsse darauf mit härteren Sanktionen reagiert werden. „Dann wird es eine Reaktion darauf geben, die dem entspricht“, sagte Lang. „Chemiewaffen, das ist eine Unmenschlichkeit, eine Bestialität, das ist das Böse in Reinform.“

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Marina Owsjannikowa schreibt künftig für WELT

11:37 Uhr – Nokia verabschiedet sich vom russischen Markt

Wegen der russischen Invasion in die Ukraine zieht sich auch das finnische Unternehmen Nokia aus Russland zurück. Es sei seit den Anfangstagen der Invasion klar gewesen, dass eine fortdauernde Präsenz in Russland nicht möglich sein werde, teilte das Telekommunikationsunternehmen mit Sitz in Espoo mit.

In den vergangenen Wochen seien alle Auslieferungen ausgesetzt, neue Geschäfte gestoppt sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aus Russland ausgelagert worden. Russland habe 2021 weniger als zwei Prozent des Umsatzes von Nokia ausgemacht. Der Schritt werde keine Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Prognosen für dieses Jahr haben, hieß es. Ziel sei, beim Rückzug den nötigen Support für die Netze beizubehalten. Dazu beantrage Nokia die nötigen Genehmigungen, um den Support im Einklang mit den aktuellen Sanktionen gegen Russland zu ermöglichen. Nokia liefert unter anderem 5G-Technologie.

11:31 Uhr – Ukraine prüft Berichte über Einsatz von Chemie-Waffen

Die Ukraine prüft unbestätigte Informationen über einen möglichen Einsatz von Chemiewaffen beim Kampf um ihre von russischen Truppen eingekesselte Hafenstadt Mariupol. „Es gibt eine Theorie, dass es sich um Phosphormunition handeln könnte“, sagte die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maljar im Fernsehen. „Offizielle Informationen kommen später.“ Die pro-russischen Separatisten in der ostukrainischen Region Donezk, die sich gemeinsam mit russischen Truppen um die endgültige Einnahme Mariupols bemühen, bestritten einen Einsatz von Chemiewaffen. Das meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Eduard Bassurin, einen Kommandeur der Separatisten. Das Verteidigungsministerium in Moskau reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

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Autor Deniz Yücel Kobane

11:30 Uhr – Putin: Keine Zweifel an Erfolg von „Spezialoperation“ in Ukraine

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich mit Blick auf den Krieg gegen die Ukraine einmal mehr siegesgewiss gezeigt. Die Ziele der „Spezialoperation“ würden erreicht, sagte Putin während der Besichtigung des russischen Weltraumbahnhofs „Wostotschny“ im äußersten Osten des Landes der Agentur Interfax zufolge. „Daran gibt es keinen Zweifel.“

Der russische Präsident verteidigte zudem erneut seine Entscheidung über den Einmarsch in die Ukraine vor knapp sieben Wochen als alternativlos. Die Operation diene der Gewährleistung der russischen Sicherheit: „Wir hatten keine andere Wahl“, sagte Putin. Der Konflikt mit den „antirussischen Kräften in der Ukraine“ sei nur eine Frage der Zeit gewesen. Viele internationale Experten hatten dem Kremlchef in der Vergangenheit hingegen vorgeworfen, den Schutz russischer Menschen in der Ukraine nur als Vorwand für den Krieg zu benutzen.

11:28 Uhr – Bundesnetzagentur warnt vor Beschränkungen bei Gas-Notlage

Der neue Chef der Bundesnetzagentur fordert Unternehmen und Bürger auf, ihren Gasverbrauch zu senken. Sonst seien Einschränkungen möglich, sagte Klaus Müller der Wochenzeitung „Die Zeit“ laut Vorabbericht vom Dienstag. Auf die Frage, ob Saunen und große Single-Wohnungen künftig noch ständig beheizt werden könnten, sagte er: „Nein, ich glaube, dass das in einer Gas-Notlage auf gar keinen Fall mehr zu rechtfertigen wäre.“ Der private Verbrauch sei noch zu hoch, hier spiegele sich die Krise noch nicht wider.

11:26 Uhr – Putin wollte „Völkermord“ im Donbass nicht länger tolerieren

Der russische Präsident Wladimir Putin erklärt nach Bericht der Nachrichtenagentur Ria, ein Völkermord im Donbass konnte nicht länger toleriert werden. Er belegt den behaupteten Genozid nicht. Nach Bericht der Agentur Ifax sagt der Präsident, der Einsatz in der Ukraine sei unvermeidbar gewesen, Russland müsse geschützt werden. Die Streitkräfte seien mit modernsten Waffen ausgerüstet und tapfer und effizient vorgegangen, sagt Putin er nach Bericht von Tass.

11:21 Uhr – UK sieht bei Chemiewaffeneinsatz alle Optionen auf dem Tisch

Einem führenden Vertreter des britischen Verteidigungsministeriums zufolge sind für den Fall eines russischen Einsatzes von Chemiewaffen in der Ukraine „alle möglichen Optionen auf dem Tisch“. Dies erklärte der Verteidigungs-Staatssekretär James Heappey mit Blick auf eine mögliche Reaktion des Westens. Er sagte, weder die britische noch die ukrainische Regierung hätten Berichte, in Mariupol sei möglicherweise eine Chemiewaffe eingesetzt worden, bestätigt. Heappey sagte dem britischen Sender Sky News, es gebe Waffen, die einfach nicht eingesetzt werden sollten, „und wenn sie verwendet werden, werden Menschen zur Rechenschaft gezogen“. Er sagte: „Ich denke, es ist nützlich, eine gewisse Unklarheit darüber aufrechtzuerhalten… wie genau die Antwort aussehen würde.“ Wenn jedoch Chemiewaffen eingesetzt würden, solle der russische Präsident Wladimir Putin wissen, „dass alle möglichen Optionen auf dem Tisch liegen in Bezug darauf, wie der Westen reagieren könnte.“

11:16 Uhr – Innenministerium meldet rund 335.000 geflüchtete Ukrainer in Deutschland

Die Zahl der offiziell erfassten Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland ist auf mehr als 335.000 angestiegen. Wie das Bundesinnenministerium am Dienstag per Twitter mitteilte, zählte die Bundespolizei seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar insgesamt 335.578 Kriegsflüchtlinge – überwiegend Frauen, Kinder und alte Menschen. Binnen 24 Stunden kamen 3936 Neuankömmlinge hinzu. Es ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge höher liegt, da es an den Grenzen keine festen Kontrollen gibt und sich Menschen mit ukrainischem Pass 90 Tage lang ohne Visum in der EU aufhalten dürfen.

10:55 Uhr – Le Pen lehnt Gas- oder Öl-Embargo gegen Russland ab

Die rechte französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen lehnt bei Energielieferungen Sanktionen gegen Russland ab. Sie wolle nicht, dass Verbraucher mit höheren Lebenshaltungskosten die Zeche für Entscheidungen zahlen müssten, die auf einen Importstopp für Öl oder Gas hinausliefen, sagt sie dem Hörfunksender France Inter. „Ich bin völlig einverstanden mit allen anderen Sanktionen, die mir keine Sorgen bereiten“, fügt sie hinzu. Sie stehe auch zur europäischen Linie, der Ukraine die Beschaffung von Waffen zu finanzieren – allerdings nur zu Zwecken der Selbstverteidigung und nicht für Angriffe.

10:54 Uhr – Großteil der Finnen betrachtet Russland als militärische Bedrohung

Die Menschen in Finnland nehmen das östliche Nachbarland Russland nach dessen Einmarsch in die Ukraine zum allergrößten Teil als Bedrohung wahr. Das geht aus einer Befragung hervor, die das finnische Wirtschafts- und Politikforum EVA am Dienstag veröffentlicht hat. Demnach stuften 84 Prozent der Befragten Russland als eine erhebliche militärische Bedrohung ein, was einem Anstieg um 25 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres entspricht. Nur sechs Prozent gaben an, dass sie in Russland keine Bedrohung sehen. Für die Umfrage wurden in der ersten März-Hälfte 2074 Menschen befragt.

10:29 Uhr – Berlin nimmt laut Giffey deutlich mehr Ukrainer auf als vereinbart

Berlin nimmt nach Angaben der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) deutlich mehr ukrainische Geflüchtete auf als zwischen den Bundesländern vereinbart. „Wir können niemanden zwingen, Berlin zu verlassen“, sagte Giffey am Dienstag dem Portal „Zeit Online“. Zwar gebe es neue Regeln, wer in Berlin bleiben dürfe, sagte sie und nannte Kranke, Schwangere, Menschen mit einer Unterkunft, einem Arbeitsplatz oder Familie in der Stadt.

Es gelte jedoch auch nach wie vor die Freizügigkeit, sagte Giffey. Die Ankommenden könnten zwar durch finanzielle Anreize gelenkt werden, Sozialleistungen könnten zum Beispiel an Wohnsitzauflagen geknüpft werden. „Aber diejenigen, die sich um sich selbst kümmern können und weder Sozialleistungen noch Unterkunft brauchen – können frei entscheiden, wo in Deutschland sie leben wollen“, sagte die SPD-Politikerin

10:27 Uhr – SPD-Außenpolitiker Roth will Ukraine mit schweren Waffen unterstützen

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth (SPD), unterstützt die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. Eine entsprechende Forderung von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sei „sicherlich richtig“, sagte Roth am Dienstag im Deutschlandfunk. Die Ukraine müsse in die Lage versetzt werden, von der russischen Armee besetze Gebiete „zu befreien“. „Das ist aus meiner Sicht die einzige Chance, um überhaupt zu einer Verhandlungslösung zu kommen“, argumentierte Roth. „Die Ukraine muss aus einer Position der Stärke und der Wehrhaftigkeit mit Russland verhandeln“. Nur so könne dieser Krieg beendet werden.

10:04 Uhr – Separatisten bestreiten Einsatz von Chemiewaffen in Mariupol

Die pro-russischen Separatisten in der ostukrainischen Region Donezk bestreiten, dass sie im Kampf um die Hafenstadt Mariupol Chemiewaffen eingesetzt haben. Das meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Eduard Bassurin, einen Kommandeur der Separatisten. Die ukrainische Führung prüft nach Angaben der stellvertretenden Verteidigungsministerin Hanna Maljar derzeit unbestätigte Informationen über den Einsatz chemischer Kampfstoffe beim Versuch, die eingekesselte Stadt vollends einzunehmen. „Es gibt eine Theorie, dass es sich um Phosphormunition handeln könnte“, sagt sie im Fernsehen. „Offizielle Informationen kommen später.“

10:00 Uhr – Putin zu Treffen mit Lukaschenko im Osten Russlands eingetroffen

Kremlchef Wladimir Putin ist zu einem Treffen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko im äußersten Osten Russlands eingetroffen. Putin sei am Dienstag in der Stadt Blagoweschtschensk nahe der chinesischen Grenze gelandet, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Auch Lukaschenko, mit dem Putin anlässlich des Tages der Raumfahrt den geplanten Weltraumbahnhof Wostotschny besichtigen will, sei bereits vor Ort. Geplant seien neben einem Gespräch mit Lukaschenko außerdem Treffen mit Arbeitern des Bahnhofs und die Auszeichnung von Kosmonauten, hieß es. Anschließend will Putin erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast sieben Wochen die Fragen von Medienvertretern beantworten. Russland hatte die Ukraine am 24. Februar überfallen. Seitdem griffen russische Truppen die Ukraine auch von belarussischem Gebiet aus an.

09:49 Uhr – Deutsche machen Kaufentscheidung von Krieg abhängig

Gut drei von vier Deutschen (77 Prozent) wollen ihre Kaufentscheidungen künftig davon abhängig machen, wie sich Unternehmen im Ukraine-Krieg verhalten. Dies geht aus einer Umfrage von mehr als 1000 Personen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervor. Die Entscheidung vieler Unternehmen der Digitalbranche, das Neukundengeschäft in Russland auszusetzen, treffe auf großen Zuspruch. Die Konsumenten schauten sehr genau, wie sich Firmen „gegenüber dem Aggressor Russland positionieren“, erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wer sich nicht klar an die Seite der Ukraine stellt, läuft Gefahr, das Vertrauen deutscher Kundinnen und Kunden zu verspielen und riskiert Einbußen.“

09:40 Uhr – Elf Verwundete aus Ukraine in Deutschland eingetroffen

Deutschland hat elf Patientinnen und Patienten aus der Ukraine aufgenommen. Sie werden nach dem sogenannten Kleeblattkonzept verteilt, das Bund und Länder während der Corona-Pandemie entwickelt haben, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn mitteilte. Der Transport aus der Ukraine mit elf verwundeten und erkrankten Menschen sowie drei Begleitpersonen war am Montagabend in Deutschland gelandet. Die Patientinnen und Patienten wurden auf Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen verteilt.

09:35 Uhr – Mehrere Flughäfen in Südrussland bleiben bis 19. April geschlossen

Wegen des Krieges gegen die Ukraine haben die russischen Behörden die Flugverbote im Süden des eigenen Landes nun zum achten Mal verlängert. Bis zum 19. April bleiben insgesamt elf Flughäfen weiter gesperrt, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija am Dienstag mitteilte. Von den Luftraumbeschränkungen betroffen sind etwa die Flugplätze im Schwarzmeer-Kurort Anapa, in den Millionenstädten Rostow am Don und Krasnodar sowie in Belgorod unweit der ukrainischen Grenze.

Auch die Flughäfen von Gelendschik, Woronesch sowie in Simferopol auf der 2014 annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim bleiben vorerst weiter geschlossen. Die Verbote, die eigentlich an diesem Mittwoch hätten enden sollen, gelten den Angaben zufolge bis 19. April, 2.45 Uhr MESZ. Russland hatte nach der Invasion in die Ukraine am 24. Februar mehrere südrussische Airports geschlossen und die Flugverbote immer wieder verlängert.

09:27 Uhr – UN fordern Untersuchung zu sexueller Gewalt

Die Frauenrechtsorganisation UN Women fordert dringend unabhängige Untersuchungen zu Vorwürfen sexueller Gewalt im Ukraine-Krieg. „Immer häufiger hören wir von Vergewaltigung und sexueller Gewalt“, sagte Direktorin Sima Bahous bei einem Briefing des UN-Sicherheitsrats am Montag (Ortszeit). Diese Anschuldigungen müssten unabhängig untersucht werden, um Gerechtigkeit und Rechenschaft zu gewährleisten, sagte sie weiter. Die Brutalität gegenüber ukrainischen Zivilisten, massenhafte Vertreibungen und der Einsatz vieler Wehrpflichtiger und Söldner seien ein Alarmsignal. Bahous hatte zuvor im Nachbarland Moldau mit Kriegsflüchtlingen gesprochen.

09:11 Uhr – Ukraine-Krieg ist laut Unicef „Alptraum für Kinder“

In den knapp sieben Wochen seit dem russischen Einmarsch sind in der Ukraine nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef mindestens 142 Kinder getötet worden. In Wirklichkeit dürften die Zahlen allerdings deutlich höher sein, teilte die Organisation mit. Die Justiz in der Ukraine selbst sprach am Dienstag von mindestens 186 getöteten und 344 verletzten Kindern und Jugendlichen. Unicef verwies zudem auf die vielen Minderjährigen, die entweder mit ihren Familien geflüchtet seien oder weiter im Kriegsgebiet ausharrten. „Der Krieg ist weiter ein Alptraum für die Kinder der Ukraine“, sagte Unicef-Nothilfekoordinator Manuel Fontaine einer Mitteilung zufolge.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine mussten nach Angaben von Unicef fast zwei Drittel aller ukrainischen Kinder ihr Zuhause verlassen. Von den rund 7,5 Millionen Kindern bis 18 Jahren seien 2,8 Millionen innerhalb des Landes vertrieben worden und zwei Millionen ins Ausland geflohen, sagte der Leiter der Nothilfeprogramme von Unicef, Manuel Fontaine, in New York.

09:05 Uhr – Britische Regierung: Bei C-Waffen-Einsatz „Alle Optionen auf dem Tisch“

Falls Russland tatsächlich Chemie-Waffen in der Ukraine eingesetzt hat, dann sind der britischen Regierung zufolge für eine Reaktion darauf alle Optionen auf dem Tisch. „Es gibt einige Dinge, die jenseits des Erlaubten liegen“, sagt der für die Streitkräfte zuständige Minister James Heappey dem Sender Sky News. Ein Einsatz chemischer Waffen würde eine Reaktion des Westens hervorrufen. „Und alle Optionen liegen auf dem Tisch, wie diese Reaktion aussehen könnte.“ Die britische Außenministerin Liz Truss hatte am Montag erklärt, Großbritannien arbeite mit seinen Partnern zusammen, um die Einzelheiten von Berichten zu überprüfen, denen zufolge russische Streitkräfte möglicherweise chemische Kampfstoffe bei einem Angriff auf Mariupol eingesetzt haben.

08:55 Uhr – Putin und Lukaschenko treffen sich in Russland

Der russische Präsident Wladimir Putin und der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko werden am Dienstag zu Gesprächen in der russischen Amur-Region zusammentreffen. Dabei solle es um die Situation in der Ukraine und die westlichen Sanktionen gehen, berichten die staatlichen Nachrichtenagenturen in Russland und in Belarus. Lukaschenko besteht darauf, dass Belarus mit in die Verhandlungen zur Lösung des Konflikts in der Ukraine einbezogen werden muss. Russland hat den Verbündeten Belarus als Schutzgarant der Ukraine vorgeschlagen.

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08:50 Uhr – Großhandelspreise nach Kriegsausbruch mit Rekordanstieg

Die deutschen Großhändler haben ihre Preise im März nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine in Rekordtempo angehoben. Sie stiegen um durchschnittlich 22,6 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ein größeres Plus hat es seit Beginn der Berechnungen 1962 nicht gegeben. Im Februar hatte es noch 16,6 Prozent betragen. Auch gestörte Lieferketten, etwa durch Corona-Ausbrüche in China, machen viele Waren teurer. Allein von Februar auf März zogen deshalb die Großhandelspreise um 6,9 Prozent an – auch das ist ein Rekordanstieg. Die Entwicklung gilt als Indikator für zukünftige Inflationstendenzen, da der Großhandel das Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden darstellt und höhere Kosten am Ende meist bei den Verbrauchern landen.

08:17 Uhr – Ukraine fürchtet mit Offensive im Osten

Russische Truppen wollen Angaben aus Kiew zufolge mit einer bevorstehenden Offensive bis an die Verwaltungsgrenzen des ostukrainischen Gebiets Donezk vordringen. Russland werde versuchen, die bereits heftig umkämpfte Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer sowie die Kleinstadt Popasna im Gebiet Luhansk einzunehmen, teilte der ukrainische Generalstab am Dienstagmorgen mit. Von dort aus solle ein Angriff auf Kurachowe gestartet werden. Derzeit seien die Russen dabei, ihre Truppenverlegung in die grenznahen russischen Gebiete Belgorod und Woronesch abzuschließen.

07:47 Uhr – Neun Fluchtkorridore aus der Ukraine vereinbart

Für diesen Dienstag sind nach ukrainischen Angaben neun Fluchtkorridore für belagerte Orte vereinbart. Darunter sei die eingekesselte Hafenstadt Mariupol, teilt Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk mit. Von dort könnten sich Zivilisten mit privaten Fahrzeugen in Sicherheit bringen. Fünf der neun Korridore solle es in der Region Luhansk im Osten der Ukraine geben. Dort gibt es nach ukrainischen Angaben erneut heftigen Beschuss durch russische Truppen.

07:15 Uhr – Großbritannien rechnet mit stärkeren Kämpfe im Osten

Der britische Militärgeheimdienst rechnet mit verstärkten Kämpfen im Osten der Ukraine während der kommenden zwei bis drei Wochen. Russland konzentriere seine Angriffe weiterhin auf ukrainische Stellungen bei Donezk und Luhansk, teilt das Verteidigungsministerium in London per Twitter aus seinem regelmäßigen Bulletin mit. Um Cherson und Mykolajiw werde es weitere Kämpfe geben. Zudem planten die russischen Truppen nach Erkenntnissen des britischen Militärgeheimdienstes einen erneuten Vorstoß Richtung Kramatorsk. Die russischen Truppen zögen weiterhin aus Belarus ab, um im Osten der Ukraine eingesetzt zu werden.

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06:01 Uhr – UN: Fast zwei Drittel aller ukrainischen Kinder auf der Flucht

Fast zwei Drittel aller ukrainischen Kinder sind seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks (Unicef) aus ihrem Zuhause geflohen. Die UN bestätigten bislang den Tod von 142 Kindern, wenngleich diese Zahl sicher viel höher sei, erklärte Unicef.

Der jüngst aus der Ukraine zurückgekehrte Nothilfekoordinator von Unicef, Manuel Fontaine, erklärte, die Entwurzelung von 4,8 Millionen der 7,5 Millionen ukrainischen Kinder in so kurzer Zeit sei etwas, dass er in so großer Geschwindigkeit in 31 Jahren humanitärer Arbeit nicht erlebt habe. Fontaine sagte, 2,8 Millionen Kinder seien innerhalb der Ukraine vertrieben, zwei Millionen seien in anderen Ländern.

Der ukrainische UN-Botschafter Serhij Kyslyzja gab an, Russland habe mehr als 121.000 Kinder aus der Ukraine gebracht und Berichten zufolge einen Gesetzentwurf erarbeitet, der Adoptionsverfahren bei Waisen und selbst solchen Kindern, die Eltern und andere Angehörige haben, vereinfachen und beschleunigen soll. Die meisten Kinder wurden nach seinen Angaben aus der Hafenstadt Mariupol fortgebracht, in den Osten der Region Donezk und dann in die russische Stadt Taganrog.

03:31 Uhr – Unternehmen fordern Zugang zu eingefrorenen russischen Geldern

Elf ukrainische Unternehmen wollen vor einem US-Bundesgericht Zugang zu russischen Geldern erstreiten. Ein Schweizer Schiedsgericht hatte ihnen 2019 34,5 Millionen Dollar Entschädigungsgelder für von Russland auf der Krim beschlagnahmte Tankstellen zugesprochen, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht. Der Anwalt der Unternehmen, James Boykin, sagte, das Einfrieren russischer Vermögenswerte im Rahmen der jüngsten US-Sanktionen sei eine Chance für seine Mandanten, das Geld zu erhalten. Ein internationales Übereinkommen und das US-Recht erlauben es den US-Gerichten, ausländische Schiedssprüche zu vollstrecken.

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Auf dem Weg zur größten Panzerarmee aller europäischen Nato-Staaten: polnische Panzer bei einer Militärübung im März 2022 in Lettland

03:30 Uhr – WTO: Ukraine-Krieg bedroht Weltwirtschaft und politische Stabilität

Der russische Krieg gegen die Ukraine könnte die globale Wirtschaft nach einer Analyse der Welthandelsorganisation (WTO) in diesem Jahr bis zu 1,3 Prozentpunkte Wachstum kosten. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2022 nach Modellrechnungen nur noch um 3,1 bis 3,7 Prozent wachsen, erklärte die WTO in Genf in einer Analyse über die Folgen des Krieges für den Handel.

Als Grund führt die Organisation höhere Lebenmittel- und Energiepreise und fallende Exporte Russlands und der Ukraine an. „Ärmere Länder sind durch den Krieg großen Risiken ausgesetzt, weil sie im Vergleich zu reicheren Ländern einen größeren Teil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben“, hieß es. „Das könnte Folgen für die politische Stabilität haben.“

Im Oktober war die WTO noch von einem Wachstum des Welthandels in diesem Jahr um 4,7 Prozent ausgegangen. Dies könne nach neuen Berechnungen fast halbiert werden, so die WTO. Es gehe nicht nur um russische und ukrainische Exporte von Energie, Getreide und Sonnenblumenprodukten. Russland sei einer der Hauptlieferanten von Palladium und Rhodium für die Herstellung von Katalysatoren für Autos, die Ukraine versorge die Halbleiterindustrie mit Neon.

02:25 Uhr – Zeitalter der Friedensdividenden ist vorbei

Deutschland muss sich bis zum Ende des Jahrzehnts auf härtere Zeiten und schwierige wirtschaftliche Jahre einstellen. „Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist eine Zäsur. Sie manifestiert endgültig den Übergang von der weitgehend regelbasierten zu einer stärker machtbasierten Weltordnung“, sagt Veronika Grimm, Mitglied im Wirtschaftsachverständigenrat der Bundesregierung, der „Rheinischen Post“ laut Vorabbericht.

Deutschland müsse bei der Energieversorgung, beim Bezug von kritischen Rohstoffen und in den Handelsbeziehungen unabhängiger werden. Das gehe mit höheren Kosten einher und erzwinge einen schnelleren Strukturwandel. Zudem müsse mehr für die Verteidigung ausgegeben werden. „Das Jahrzehnt wird anstrengend. Das Zeitalter der Friedensdividenden ist vorbei.“

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01:05 Uhr – Ukraine begrüßt IWF-Sonderkonto für Geberländer

Das ukrainische Finanzministerium begrüßt die Einrichtung eines neuen Sonderkontos durch den Internationalen Währungsfonds. Das Sonderkonto soll Geberländern und internationalen Organisationen eine sichere Möglichkeit bieten, Gelder in die Ukraine zu schicken. Im Falle einer russischen Machtübernahme könnten die Spenden eingefroren werden, sagen Experten. Das Exekutivdirektorium des IWF hatte die Einrichtung des neuen Kontos am Freitag genehmigt.

23:52 Uhr – Russischer Parlamentschef fordert Entzug der Staatsbürgerschaft für Kriegsgegner

Der russische Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin hat gefordert, russischen Kritikern des Angriffskriegs gegen die Ukraine die Staatsbürgerschaft zu entziehen. „Die große Mehrheit unserer Bürger unterstützt den besonderen Militäreinsatz in der Ukraine, sie verstehen seine Notwendigkeit für die Sicherheit unseres Landes und unserer Nation“, schrieb Wolodin am Montag bei Telegram. Es gebe jedoch auch „Verräter“, denen bislang nicht die Staatsbürgerschaft entzogen werden könne. „Aber vielleicht wäre das gut“, fügte er hinzu.

Als Beispiel nannte Wolodin den Fall der Journalistin Marina Owsjannikowa, die Mitte März während einer Live-Sendung im russischen Staatsfernsehen ein Schild mit der Aufschrift „Nein zum Krieg“ in die Kamera gehalten hatte. Owsjannikowa arbeitet ab sofort als freie Korrespondentin für den Bereich Russland und die Ukraine für „WELT“. Owsjannikowa werde „für ein Nato-Land arbeiten und Waffenlieferungen an ukrainische Neonazis rechtfertigen“, ebenso wie die Entsendung „ausländischer Söldner zum Kampf gegen unsere Soldaten und die Sanktionen gegen Russland“, schrieb Wolodin.

Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine am 24. Februar geht der Kreml massiv gegen Oppositionelle vor. Tausende Protest-Teilnehmer wurden festgenommen, unabhängige Medien und Online-Netzwerke blockiert. Kritiker des Militäreinsatzes berichteten auch von Drohungen, etwa in Form von Schmierereien an ihren Haustüren.

Am Montag wurde der bekannte Kreml-Kritiker Wladimir Kara-Mursa nach Angaben seines Anwalts festgenommen. „Ich habe vor weniger als zehn Minuten von seiner Festnahme erfahren und werde ihn besuchen“, sagte der Anwalt Wadim Prochorow der Nachrichtenagentur Interfax.

Der Grund für Kara-Mursas Festnahme wurde zunächst nicht bekannt. Kara-Mursa hatte in den vergangenen Wochen allerdings wiederholt die russische Militärintervention in der Ukraine kritisiert. Der 40-jährige ehemalige Journalist war ein Vertrauter des im Jahr 2015 nahe dem Kreml ermordeten Oppositionspolitikers Boris Nemzow und steht auch dem russischen Regierungskritiker Michail Chodorkowski nahe. Kara-Mursa gibt an, wegen seines politischen Engagements bereits zwei Mal Opfer von Giftanschlägen geworden zu sein. Der 40-Jährige gehört zu den wenigen noch in Russland lebenden prominenten Oppositionellen.

23:31 Uhr Asow-Regiment spricht von russischem Giftgas-Angriff in Mariupol

Kurz nach einer russischen Drohung mit dem Einsatz von Chemiewaffen in Mariupol hat das ukrainische Asow-Regiment von einem angeblichen Angriff mit Giftgas berichtet. Eine unbekannte Substanz sei mit einer Drohne über der seit langem umkämpften Stadt abgeworfen worden, teilte Asow am Montagabend in seinem Telegram-Kanal mit.

Der öffentliche-rechtliche ukrainische TV-Sender Suspilne berichtete aber, es gebe keine Bestätigung durch offizielle Stellen. Zwar hielten Militärquellen die Wahrscheinlichkeit eines Chemiewaffenangriffs durch die russische Seite für „sehr hoch“. Der Sender bemühe sich um eine Bestätigung durch Militär oder Geheimdienst. Den Asow-Angaben zufolge litten die getroffenen Personen unter Atembeschwerden und Bewegungsstörungen.

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23:03 Uhr – Europol beteiligt sich an Umsetzung von Russland-Sanktionen

Die europäische Polizeibehörde Europol beteiligt sich an der Umsetzung der EU-Sanktionen gegen Russland. Europol habe zusammen mit den EU-Mitgliedstaaten und den EU-Behörden Eurojust und Frontex die Mission „Oscar“ gestartet, erklärte die in Den Haag ansässige Behörde am Montag. Ziel sei zum einen die Ermittlung von Vermögenswerten sanktionierter Einzelpersonen und Unternehmen. Außerdem soll das Umgehen der EU-Sanktionen verhindert werden.

Europol soll dafür den Informationsaustausch nationaler Behörden der EU-Länder bei ihren Finanzermittlungen erleichtern und operative Unterstützung leisten. Eurojust soll seinerseits die Zusammenarbeit der Behörden in juristischen Fragen verbessern. Die Grenzschutzbehörde Frontex will an den EU-Außengrenzen sanktionierte Einzelpersonen aufspüren.

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Ukraine-News: ++ Selenskyj meldet Festnahme von Oligarchen und Putin-Freund ++ – WELT

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